ARTE Journal
ARTE Journal bietet den europäischen Blick auf die wichtigsten Ereignisse des Tages.
„Für die Opfer in der Elfenbeinküste wird es Gerechtigkeit geben“ - das versprach der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs nach der Ankunft von Laurent Gbagbo in Den Haag. Der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste wurde im internationalen Untersuchungsgefängnis in Scheveningen inhaftiert. Er muss sich nun wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten: Für Mord, Vergewaltigung und Vertreibungen. Alles Verbrechen, die sich zwischen dem 16. Dezember 2010 und dem 12. April 2011 abgespielt haben sollen. Während dieser Zeit tobte in dem Land ein blutiger Machtkampf, dem mindestens 1000 Menschen zum Opfer fielen, doch es könnten sogar dreimal so viele Menschen umgekommen sein. Grund dafür war die Wahlniederlage Gbagbos im November 2010 und seine Weigerung, die Macht an seinen gewählten Nachfolger, Alassane Ouattara, abzugeben. Wochenlang wurde Ouattara in einem Hotel belagert, schließlich wendete sich das Blatt und seine Anhänger nahmen Gbagbo im April fest. Seitdem wurde er in einer Residenz in der Stadt Korhogo festgehalten und nun nach Den Haag überstellt. Nach Jugoslawiens Ex-Staatschef Slobodan Milosevic und Sierra Leones gestürztem Präsidenten Charles Taylor ist Gbagbo das dritte Staatsoberhaupt, das sich vor dem internationalen Strafgerichtshof verantworten muss. Chefankläger Luis Moreno-Ocampo ist sicher, dass dies „erst ein Anfang“ ist – nicht nur Gbagbo und seinen Anhängern werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, sondern auch den Kämpfern Ouattaras. Unser Überblick über einen blutigen Konflikt.
Erstellt: 18-01-11
Letzte Änderung: 30-11-11