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DVD-News - 25/10/06

Damals in der DDR

Ein Film von Karsten Laske


10-teilige Fernsehdokumentation
über den Alltag in der DDR

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  • Synopsis

In zehn verschiedenen Kapiteln wirft die Serie einen frischen, unverbrauchten, spannenden und unterhaltsamen Blick auf 40 Jahre Kommunismus in Deutschland.


  • Der Kommentar zum Film

Die engagierte zehnteilige Fernsehserie hat es sich zur Aufgabe gemacht, „Geschichte in ihren großen Zusammenhängen zu vermitteln,“ was ihr hervorragend gelingt. DAMALS IN DER DDR wurde mit dem Adolf-Grimme Preis und dem Hans Klein Medienpreis ausgezeichnet. Die Serie verschreibt sich konsequent einem „Blick von unten“, d.h. ehemalige Bürger der DDR kommen zu Wort und erzählen von ihren höchst persönlichen Erinnerungen. Diese Erinnerungen werden geschickt in einen größeren historischen Zusammenhang gestellt. Wie wirkten sich historische Ereignisse auf das Leben der einzelnen Menschen aus, fragt sich die Serie, und findet dafür höchst spannende Antworten. Da gibt es etwa das FDJ-Mädchen, das vom „Klassenfeind“ Schokolade angeboten bekommt. Dankbar nimmt sie das Präsent an, um es dann heimlich zu essen. Andere erzählen von misslungener Plansollerfüllung und von Katastrophen, die nur dadurch in letzter Sekunde abgewendet werden können, dass Werkzeug im Westen gekauft wird.

Jenseits der bekannten Propagandabilder zeigt die Serie viele Amateuraufnahmen, Fotos und Dokumente, die so noch nicht zu sehen waren. Der Zuschauer bekommt auch ein Gefühl dafür, was in den Untergrundbewegungen der DDR vor sich ging. Holger „Makarios“ Oley etwa arbeitete offiziell in einer Druckerei in Leipzig, gab heimlich nachts Punkkonzerte mit seiner Band „Die Art.“ Als sie offiziell zum Pfingsttreffen der FDJ eingeladen wurden, wussten sie nicht, ob sie in der Höhle des Löwen spielen sollten, doch sie entschieden sich dafür. Vor 15.000 Menschen in blauen Hemden traten sie auf. Die Menge feierte sie so sehr, dass sich viele das FDJ-Hemd vom Körper rissen und begeistert zur Musik tanzten. Am nächsten Morgen aber in aller Frühe musste Oley mit dem Zug zurück nach Leipzig, zur Schicht in die Druckerei. Beim traditionellen Pfingsttreffen der FDJ wurden 500.000 Jugendliche in blauen Hemden aus dem ganzen Land umsonst untergebracht und Honecker liebte das Bad in der Menge der jungen Menschen, von denen er sich feiern ließ und die sangen „Wir sind die junge Garde des Proletariats.“ Schwer ist es, nur eine kleine Anekdote herauszugreifen, wo sich doch Dutzende anböten, von dieser informativen und unterhaltsamen DVD.

Zeitgleich zur DVD ist auch eine DVD-Rom erschienen, die vor allem für Schulen und politische Bildungseinrichtungen gedacht ist, ein Begleitbuch mit umfangreichem Bild- und Dokumentationsmaterial, ein Hörbuch, eine Wanderausstellung und eine sehr detailliert gestaltete Webseite. Der Titelsong der Serie „Es war 'ne lange, kalte Zeit“ stammt von Udo Lindenberg, der sich bereits als Westdeutscher Panikrocker mit seinen Songs „Sonderzug nach Pankow“ und „Mädchen aus der DDR“ dem geteilten Deutschland widmete. Die DVD-Collection DAMALS IN DER DDR bietet vielschichtige Momentaufnahmen, die ein Schlüssel zur Nachvollziehbarkeit und zum Verständnis der geteilten deutschen Geschichte werden können.

Nana A.T. Rebhan


Damals in der DDR
Deutschland 2004-2006, 10 Teile à 45 Min.
Regie: u.a. Karsten Laske
Mit diversen Bürgern der ehemaligen DDR

DVD1:
-Aufbruch in den Trümmern
-Neubeginn auf Russisch
-Utopie hinter Mauern
-Plan und Pleite

DVD2:
-Partei ohne Volk
-Regenblick am Abgrund
-Staat am Ende
-Freiheit ohne Grenzen

DVD3:
-D-Mark für alle
-Vereint für immer

Erstellt: 24-10-06
Letzte Änderung: 25-10-06