2009 zieht Danfung Dennis mit einem US-Marines-Bataillon in den Krieg nach Afghanistan. Ausgestattet mit kugelsicherer Weste und einem neuentwickelten Fotoapparat, der auch HD-Videos drehen kann, filmt er vier Wochen lang den Alltag der Soldaten, die mit dem Fallschirm über einer Taliban-Hochburg abgesprungen sind.
Nach seiner Rückkehr schneidet der Kriegsjournalist aus dem Material den Dokumentarfilm “Hell and Back Again“. Dieser lässt den Krieg aussehen wie einen Actionstreifen, eine Mischung aus dem Ego-Shooter "Call Of Duty" und Coppolas “Apocalypse Now“.
Danfung Dennis filmt diesen schmutzigen Krieg aus unmittelbarer Nähe.
Den Gegner aufspüren, zu ihm vorrücken und ihn zerstören - so lautet die Mission des zweiten Infanterie-Regiments der Marines, das hinter den feindlichen Linien abgesetzt wird.
Von den 70.000 Soldaten, die auf afghanischem Boden im Einsatz sind, sterben über 1.800 im Kampf. Jeder fünfte wird verletzt. Die 2001 eingeleitete Operation “Enduring Freedom - Dauerhafte Freiheit“ wird für die USA zu einem zweiten Vietnam: Der Feind bleibt meistens unsichtbar, und die Bevölkerung ist des Ganzen überdrüssig.
Danfung Dennis
"Fotojournalismus hat mich schon immer inspiriert. Aber auch der Aspekt erzählerischer Filme hat mich bewegt, deshalb wollte ich das verbinden. Ich benutzte einen Fotoapparat, der aber qualitativ hochwertige Videos liefert. Ich wollte intuitive Bilder, die den Zuschauer ins Geschehen ziehen und ihn bewegen. Die Leute sollen vergessen, dass sie einen Dokumentarfilm sehen. Und wenn ihnen dann klar wird: das ist die Realität, trifft es sie umso härter."
Projekt Condition One
Der Sohn einer Malaysierin und eines Amerikaners bricht mit zwanzig sein Wirtschafts-Studium ab und verschreibt sich ganz dem Journalismus. Er arbeitet für die New York Times, Newsweek oder den Rolling Stone als Kriegs-Fotograf, im Irak und in Afghanistan. Zehn Jahre danach dreht er mit “Hell and Back Again“ seinen ersten Dokumentarfilm.
In Afghanistan trifft Danfung auf Sergeant Harris, der bereits zum dritten Mal dort im Einsatz ist. Als Harris von einer Kugel ins Bein getroffen wird, begleitet die Kamera ihn auf seinem Weg zurück in die Heimat. Doch der sechsundzwanzigjährige Soldat ist besessen vom Krieg und will nur eins: schnell wieder in den Kampf ziehen.
Die Macht der Bilder
"Dieses symbolische Foto von dem Mädchen, das nach einem Napalm-Angriff in Vietnam über die Straße rennt, hat sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Wenn die Gesellschaft auf Vietnam zurückblickt, sieht sie dieses Bild. Es erinnert uns daran, was Krieg bedeutet. Natürlich wurden solche Fotos auch im Irak oder in Afghanistan gemacht. Es gibt nur so viele davon, dass die Wirkung nicht mehr dieselbe ist."Kameramann: Christian Beuchet, Thierry Gautier
Tonmeister: Marc Parazon







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