Wer „Daniel Cohn-Bendit“ sagt, erwähnt meist im selben Atemzug „Paris, Mai 1968“. Nach der Studentenbewegung hat „Dany le Rouge“ als einer der Rädelsführer allerdings ein Problem mit der französischen Obrigkeit, die ihn kurzerhand für „unerwünscht“ erklärt und des Landes verweist. Ein Einreise- und Aufenthaltsverbot, das erst zehn Jahre später wieder aufgehoben wird. Wie ist das möglich? Daniel Cohn-Bendit wird zwar 1945 als Kind jüdischer Eltern – Vater Deutscher, Mutter Französin - in Frankreich geboren und wäre aufgrund des Bodenrechts Franzose, aber seine im Exil lebenden Eltern melden ihn nicht an. Im Alter von 16 Jahren wählt Dany dann die deutsche Staatsangehörigkeit, um dem Wehrdienst in Frankreich zu entgehen. Nach der Mairevolution und seiner Ausweisung aus Frankreich lässt sich Daniel Cohn-Bendit in Frankfurt nieder. Dort setzt er seine antiautoritären Aktivitäten und alternative Sinnsuche fort. Er arbeitet erst in einem antiautoritären Kinderladen, dann in einer Buchhandlung, und versucht sich später als Journalist. Er ist Mitbegründer der Gruppe „Revolutionärer Kampf“ und verkehrt weiterhin in anarchistischen Kreisen. Im damaligen Deutschland gibt es wie in Italien linksradikale Gruppen, die sich dem aktiven Terrorismus verschrieben haben. Von diesen distanziert sich Cohn-Bendit, der sich selbst als Pazifisten bezeichnet. Ende der 70er-Jahre interessiert er sich für den Umweltschutz und wird einige Jahre später Abgeordneter der Grünen im Europaparlament.- Fragebogen nach Marcel Proust
… eine Stadt:
Salvador de Bahia
… ein Reiseziel:
Brasilien
… eine Farbe:
Alle Farbe zusammen.
… ein Motto:
“Seid Realisten, verlangt das Unmögliche“
… ein Kleidungsstück:
Eine Latzhose
… ein Buch:
„Das goldene Notizbuch“, Doris Lessing
… eine LP oder ein Song:
Richie Havens, „Freedom“
… ein Film:
Seit den 50er Jahren immer den gleichen Film „Außer Atem“.
Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am meisten?
Freiheit und Selbstverwaltung.
Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am wenigsten?
Revolution, Kommunismus, Partei.
Welches Erlebnis hätten Sie nur in den 70er Jahren haben können?
Ja, die habe ich schon erzählt. Fussballweltmeisterschaft 74 : BRD / DDR. Sparwasser schießt n’ Tor, ich gehe raus in ganz Frankfurt und schreie immer „ich bin Sparwasser, ich bin Sparwasser“, ich freue mich, dass die DDR die Bundesrepublik geschlagen hat, nicht weil ich für die DDR bin, weil die Leute so niedergeschlagen worden sind und das kann man nur in den 70er Jahren verstehen, was das für eine Provokation ist.







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