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18/01/12

Dark Vader - Die dunkle Seite der Macht! - Tracks

Eine Reportage von Gianni Collot

Wie kann man nur so böse sein?

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Die Antwort kommt von DEM Filmbösewicht schlechthin! Nimm die Maske ab, Darth Vader, wir haben dich erkannt! Darth Vader ist der Anti-Zorro, und ohne ihn hätte es den Krieg der Sterne nie gegeben.

Hinter der pechschwarzen Maske verbirgt sich ein britischer Schauspieler namens Dave Prowse.

Kaum jemand kennt sein wahres Gesicht, aber der Helm und das unvergleichliche asthmatische Röcheln seiner Filmfigur sind legendär.

Durch George Lucas‘ Saga erobert Sigmund Freud das Weltall. Denn in Star Wars vergiftet das angespannte Verhältnis zwischen Luke Skywalker und seinem alten Herrn Darth Vader die intergalaktische Atmosphäre. Die Rolle seines Lebens verdankt Dave Prowse vor allem seiner imposanten Statur und einer Größe von einem Meter sechsundneunzig. Der Haken dabei ist, dass er nie sein Gesicht zeigen darf. Aber zum Glück ist da noch die Stimme.



Dave Prowse: Während der Dreharbeiten fragte ich George: „Was machen wir eigentlich mit der Stimme?“. Denn alles, was ich durch die Maske sagte, war für den Ton völlig unbrauchbar. Und er antwortete: „Kein Problem, nach dem Dreh gehen wir ins Tonstudio, um die Dialoge aufzunehmen.“ Und ich dachte natürlich, das würde ich machen.
Der Film lief in den USA an, und ich bekam ein Telegramm von Russ Meyer, einem berühmten Regisseur, mit dem ich gearbeitet hatte. Darin stand: „Glückwunsch, du spielst im größten Film aller Zeiten mit. Übrigens, wusstest du, dass deine Stimme nachsynchronisiert wurde?“ So habe ich davon erfahren. Lucas hielt es nie für nötig, mir das persönlich zu sagen.

1976 wird die erste Szene gedreht, doch die Idee zu „Krieg der Sterne“ entsteht bereits Anfang der Siebziger. Der Vorspann ist von George Lucas’ Lieblingsserie der 30er-Jahre, Flash Gordon, abgekupfert. Und sein Lieblingsfilm zu dieser Zeit ist “Die verborgene Festung“ von Akira Kurosawa, dem Kaiser des japanischen Kinos. Die Samurai-Helme in dem Streifen sind Inspiration für den unverkennbaren Darth Vader-Look.

Der erste Teil der Saga läuft zunächst in nur 37 US-Kinos. Doch schon bald will das Publikum mehr. Pfiffig wie R2D2 setzt Regisseur Lucas von Anfang an auf ein ausgefeiltes Merchandising-System. Die Fans beißen an und machen die Star Wars-Saga zur überirdischen Erfolgsgeschichte. Das absolute Zugpferd bei den Merchandising-Artikeln: Film-Bösewicht Darth Vader!



Bevor Dave Prowse als Darth Vader das Weltall erobert, erkämpft er sich 1962 den Titel des Mister Universum. Stark!

Schwer beeindruckt von diesem Körper engagiert ihn der Sexploitation-Regisseur Russ Meyer für seinen Film “Black Snake“. Und von Stanley Kubrick erhält er 1971 eine Rolle in dessen Meisterwerk “Clockwork Orange“. Dritter Mann im Bunde ist George Lucas, und der ist so begeistert, dass Dave sich sogar eine Rolle aussuchen darf.

Dave Prowse: Chewbacca wurde als haariger Gorilla beschrieben, und ich wollte nicht drei Monate in einem Gorillakostüm stecken. Also sagte ich: „Nein, danke. Wie sieht die andere Rolle aus?“. Er wollte mir zwei zur Auswahl geben. George antwortete: „Das wäre der Filmbösewicht, Darth Vader“. Da sagte ich: „Sprich nicht weiter, den nehme ich.“ Als er wissen wollte, warum, erklärte ich ihm: „Denk mal an Filme, die du gesehen hast. Wenn es gute und böse Jungs gibt, erinnert man sich immer an die bösen.“

Volltreffer! Darth Vader wird zum Frankenstein des zwanzigsten Jahrhunderts. Eigentlich unglaublich, dass ein Insekten-Gesicht und Schnappatmung sogar bei Dosen-Thunfisch verkaufsfördernd wirken…
2006 startet die Web-Serie “Chad Vader“. Hier wird der Super-Schurke zum Supermarktleiter am Rande des Nervenzusammenbruchs. Bilanz: Elf Millionen Klicks.




Kameraman: Gérard Maximin
Toningenieur: Alexis Farou

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Freitag 27. Januar 2012 um 01.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2011, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 05-10-11
Letzte Änderung: 18-01-12


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