1831 war Charles Darwin 22 Jahre alt. Er hatte gerade sein Studium der Naturforschung an der Universität Cambridge abgeschlossen und sollte nach Wunsch seines Vaters eigentlich Pfarrer werden. Doch dann erhielt er ein weit verlockenderes Angebot: Man schlug ihm vor, als Wissenschaftler an einer Expedition auf der HMS Beagle unter der Leitung des jungen Kapitäns Robert FitzRoy teilzunehmen. Zweck der Fahrt waren kartografische Messungen in Südamerika. Eine bemerkenswerte Reise, die insgesamt fünf Jahre dauern sollte und von den Kapverden (wo Darwin bereits über 100 verschiedene Tier- und Pflanzenarten entdeckte) über Brasilien, Feuerland, Galapagos, Chile und Australien bis zu den Kokosinseln im Indischen Ozean führte. Überall erkundete und analysierte Darwin die Flora und Fauna und sammelte Tausende von Exemplaren, die er nach England schickte und die bis heute zu den wissenschaftlichen Schätzen Großbritanniens zählen.
"Das Erstaunliche an Darwin ist, dass er in vielerlei Hinsicht einem Forscher unserer Zeit ähnelt, der auf weltweiter Ebene tätig ist."Die unbekannte, in stetem Wandel begriffene Natur ließ ihn Zusammenhänge erahnen, von denen zu seiner Zeit niemand je auch nur geträumt hatte. Die Welt war nicht 4.000 Jahre vor Christus geschaffen worden, wie die Kirche behauptete, sondern sie war über einen sehr langen Zeitraum entstanden, in dem Ozeane sich senkten und Vulkane verschwanden. Darwin schrieb in „Die Entstehung der Arten“, er vermöge "keine Grenze für den Umfang der Veränderungen, für die Schönheit und endlose Verflechtung der Anpassungen aller organischen Wesen aneinander und an ihre natürliche Lebensbedingung zu erkennen, welche die natürliche Zuchtwahl, d.h. das Überleben des Passendsten, im Verlaufe langer Zeiträume zu bewirken im Stande gewesen sein mag."
Pierre-Henri Gouyon
Einen Mord gestehen
Zurück in England heiratete Charles Darwin seine Cousine Emma, mit der er zahlreiche Kinder bekam. Die Familie zog sich aufs Land zurück, wo Darwin die schwindelerregende Erkenntnis, die an Bord der "Beagle" in ihm gewachsen war, 23 Jahre lang reifen ließ. Die Behauptung aufzustellen, dass die Arten nicht unveränderlich sind, kam ihm vor, als müsse er "einen Mord gestehen".
Die Dokumentation ist eine Mischung aus rekonstruierten Szenen, Interviews mit Darwin-Biografen und Sequenzen mit renommierten Biologen und Geologen, die an den Reisestationen der "Beagle" gedreht wurden. Sie erzählt eines der schönsten Abenteuer in der Geschichte der Wissenschaft!
Unter Mitwirkung von:
- James Moore, Historiker und Biograf, Open University
- Janet Browne, Professor für Wissenschaftsgeschichte, Universität Harvard
- Oliver Crimmen, Zoologe, Natural History Museum, London
- Julia Voss, Kunsthistorikerin
- Andrew Currant, Sammlungsleiter, Natural History Museum, London
- Pierre-Henri Gouyon, Biologe, Muséum national d’Histoire naturelle, Paris. Lesen Sie unser Interview!
- Jean Gayon, Biologiephilosoph, Universität Sorbonne, Paris. Der Philosoph Jean Gayon wurde 1949 geboren. Er ist Professor an der Universität Paris 1-Panthéon Sorbonne, Seniormitglied des Institut Universitaire de France und Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Der Biologiephilosoph ist Autor von 160 Publikationen, die größtenteils die Geschichte und Epistemologie der Evolutionstheorie zum Thema haben (insbesondere: „Darwinism’s Struggle for Survival“, Cambridge UP, 1998).
- Mark Stoneking, Genetiker, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie
- B. Rosemary Grant, Evolutionsbiologin, Universität Princeton
- Peter R. Grant, Evolutionsbiologe, Universität Princeton
- Sarah Huber, Biologin, Universität Utah, USA
- Frank Nicholas, Genetiker, Universität Sydney
- Scott Smithers, Geograf, James Cook Universität
- Horst Bredekamp, Kunsthistoriker, Humboldt-Universität Berlin






per E-Mail verschicken





Facebook
Twitter
RSS

