Schriftgröße: + -
Home > Film erleben > DVD-News > Das Bildnis des Dorian Gray

DVD-News

Die ARTE DVD-Empfehlungen im Überblick

DVD-News

DVD-News - 27/06/07

Das Bildnis des Dorian Gray

Ein Film von Massimo Dallamano


Italien/Deutschland 1969, 91 Min.
Regie: Massimo Dallamano
Mit Helmut Berger, Herbert Lom, Maria Rohm
 
Kritik: Auch mal interessant, so zur Abwechslung. Die Bonus Tracks dieser DVD kreisen ausschließlich um DEN Hauptdarsteller des Films, wegen dem der fast 40 Jahre alte Film auf DVD überhaupt erst herausgebracht wird: Helmut Berger. Elf Bildschirmseiten mit Texttafeln geben Auskunft über den Werdegang des österreichischen Ausnahmeschauspielers, der genauso durch seine Rollen wie durch sein exzessives Leben bekannt geworden ist. Mit 20 traf er den um 38 Jahre älteren italienischen Regisseur Luchino Visconti, mit dem er bald darauf eine private wie auch eine berufliche Bindung einging. Unter ihm spielte er die Rollen, für die er weltweit bekannt wurde, etwa den bisexuellen Industriellen-Erben Martin Essenbeck in DIE VERDAMMTEN (1969).
 
An diese Zeit erinnert sich der exzentrische Schauspieler auch in der Dokumentation HELMUT BERGER – MEIN LEBEN (2005). Marlene Dietrich habe ihm damals - nach seiner Persiflage des Blauen Engels in DIE VERDAMMTEN - ein Foto geschickt: Auf der einen Seite war sie selbst als der Blaue Engel, auf der anderen Seite Helmut Berger zu sehen. „Who is prettier?“ stand darunter und: „Love, Marlene“.  Dieses Bild besitzt Berger selbstverständlich noch heute. Wehmütig und brav geht es zu in der 41-minütigen Dokumentation von Cordula Kablitz-Post.
 
Helmut Berger nutzt die Möglichkeit zur Selbstdarstellung so gut es eben geht, aber von dem Charisma, das er in den 70er Jahren besaß, ist nicht mehr viel zu spüren. Leider gibt es auch zu wenige Fotos aus der Zeit, die das Gefühl für damals wieder aufleben lassen könnten. Die Regisseurin fährt mit Berger diverse Stationen seines Lebens ab. Eine wichtige ist die weiträumige Villa, in der er mit Visconti einst wohnte. Alles hat sich verändert und Berger seufzt. Am liebsten will er gleich wieder gehen.
 
Zwischendurch blitzt zwar sein Wahnsinn auf, aber nur für kurze Momente. So erzählt er etwa, wie er nach den Dreharbeiten zu LUDWIG II. für drei Wochen in eine psychiatrische Klinik musste, weil er aus der Rolle des verrückten Herrschers nicht mehr alleine hinausfand. Am Ende der Dreharbeiten fährt er zurück nach Österreich, zur Mutti, aufs Land. Warum? Berger: „Der Geruch von Gras und von Kuhscheiße. Man braucht 2, 3 Tage, bis man sich daran gewöhnt, aber dann will man nicht mehr weg.“
 
Nana A.T. Rebhan



Extras:
- Biografie Helmut Berger
- Fotogalerie
- Dokumentation: „Helmut Berger – Mein Leben“
- Trailershow

Erstellt: 23-04-07
Letzte Änderung: 27-06-07