Schriftgröße: + -
Home > Memoquiz > Das Gedächtnis > Das Gedächtnis

16/01/06

Das Gedächtnis

von Eric Dekany


Gedächtnis ist die Fähigkeit unseres Gehirns, eine Information aufzunehmen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzurufen. Es gibt zahlreiche Aufgaben, zu deren Erfüllung „Gedächtnis“ erforderlich ist. Daher wäre es angemessener, von “Gedächtnissen” zu sprechen.




  • Der Gedächtnisprozess spielt sich in drei Phasen ab:

• Die erste Phase ist die Lernphase oder die Enkodierung. Das Wahrgenommene wird sozusagen neuronal "übersetzt". Ein Sinnesreiz (Gesehenes, Gehörtes, Geschmecktes…) wird als elektrischer Impuls dem Gehirn weitergeleitet.
BEISPIEL: Ihr Mund entdeckt über Rezeptoren im Rachenraum einen neuen Geschmack. Die Geschmackspapillen stehen in Verbindung mit Geschmacksnerven, die die Information dann in Form elektrischer Impulse an das entsprechende Hirnareal weiterleiten.
• Die zweite Phase umfasst das Speichern und Behalten der Information
im entsprechenden Hirnareal. Merke: Man kann Erlerntes auf unbegrenzte
Dauer behalten... vorausgesetzt, es wird genutzt!
BEISPIEL: Wenn Sie häufig Englisch sprechen, behalten Sie diese Fähigkeit. Wenn Sie nie sprechen, werden Sie es sehr schnell vergessen.
• Die dritte Phase: Der Abruf der Information erfolgt genau dann, wenn sie gebraucht wird.
Man nennt diese Phase gemeinhin auch die Erinnerung.
BEISPIEL: Der Weg zur Bäckerei fällt Ihnen ein, wenn Sie Brot kaufen gehen müssen. Sind Enkodierungs- oder Speicherphase nicht richtig erfolgt, wird das Erinnern schwierig und eine Gedächtnislücke tritt auf!



  • Die "Gedächtnisse", mit denen Sie im Memoquiz spielen werden...

• Das Arbeitsgedächtnis
dient der vorübergehenden Speicherung von Informationen.
BEISPIEL: Sie schlagen in Ihrem Adressbuch eine Telefonnummer nach, die Sie umgehend wählen. Diese Nummer ist nach einigen Sekunden wieder vergessen. Die Information im Arbeitsgedächtnis geht nach Sekundenbruchteilen verloren, wenn sie nicht aktiv aufrechterhalten wird. Die begrenzte Kapazität des Arbeitsgedächtnisses entspricht der Anzahl von Informationen, mit denen Sie gleichzeitig umgehen können.
BEISPIEL: Um in den richtigen Zug zu steigen, müssen Sie sich gleichzeitig an die Linie, die Richtung, den Zielort und die Abfahrtszeit erinnern.

• Das visuelle Gedächtnis

hat die Fähigkeit, Bilder im Gedächtnis zu behalten. Es gliedert sich in drei Bereiche: Farben, Formen, Anordnungen. Das visuelle ist das am meisten beanspruchte Sinnesgedächtnis. BEISPIEL: Um die "richtige Flagge" wiederzufinden, müssen Sie sich an die Formen, Farben und Positionen der verschiedenen Elemente erinnern.

• Das episodische Gedächtnis
Dort ist das gespeichert, was zu unserer ganz persönlichen Lebensgeschichte gehört. Jede Erinnerung, zu der wir die dazugehörige Zeit und den Ort angeben können.
BEISPIEL: Gestern sind Sie mit Ihrem Partner ins Kino gegangen, anschließend waren Sie italienisch essen.
Bedenken Sie: Morgen haben Sie 50-80 % des soeben Gesehenen und Erlebten schon wieder vergessen…

Eric Dekany - Der Spezialist
Das Konzept von Memoquiz ist in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Fremantlemedia entstanden und wird von Eric Dekany beraten. Der 35-jährige Ergotherapeut engagiert sich in psychiatrischen Abteilungen von verschiedenen französischen Kliniken insbesondere auf dem Gebiet der pathologischen Gedächtnisstörungen. Daneben bietet er in Universitäten und Schulen Kurse an, in denen die Lernfähigkeit von Schülern und Studenten optimiert werden kann. Er ist außerdem Autor des Buches "LA SANTÉ DE NOTRE MÉMOIRE" (Éditions Dangles).

Erstellt: 13-01-06
Letzte Änderung: 16-01-06