Maroesja ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter Lietje beschließt, mit ihr nach Indien zu ziehen. Lietje, die aus einer niederländischen Kleinbürgerfamilie stammt, will dem Guru Bhagwan Shree Osho Rajneesh folgen und schließt sich der Gemeinschaft der Sannyasins an. In Indien wird sie eine jener rot gekleideten Bhagwan-Jüngerinnen, für die Freiheit alles bedeutet, auch den Verzicht auf jegliche Verantwortung.Schon bald bekommt ihre Tochter Maroesja die Konsequenzen dieser Entscheidung zu spüren. In der Gemeinschaft der Sannyasins gehen die Kinder nicht zur Schule, sondern leben unter sich, ohne jede Aufsicht durch Erwachsene. Denn nach der Lehre Bhagwans bedeutet das Aufwachsen in einer Familie die Einschränkung des kindlichen Geistes. Geblendet vom Charisma des Gurus und dem orientalischen Mystizismus der Gemeinschaft zieht sich Lietje ganz aus der Erziehung ihrer Tochter zurück. Sie schleppt Maroesja auf ihrem mystischen Trip nach Amsterdam und in die USA und schickt sie schließlich in eine Kinderkommune nach England. Und sie verschließt die Augen vor dem Leid ihrer heranwachsenden Tochter, die von einem normalen Leben unter normalen Menschen träumt.
Mit ihrem Dokumentarfilm will die erwachsene Maroesja Perizonius das Trauma ihrer Kindheit verstehen und verarbeiten. Eine große Rolle dabei spielen Fragen und auch Vorwürfe an ihre Mutter, die inzwischen aus der Sekte ausgetreten ist. Maroesja bekam im Alter von sechs Jahren einen neuen Vornamen und musste immer rote Kleidung tragen. Ihre Mutter ließ es sogar zu, dass ihre 13-jährige Tochter vergewaltigt wurde.
In bewegenden Mutter-Tochter-Gesprächen veranschaulicht der Dokumentarfilm das Leiden von Kindern, die von ihren Eltern in die Welt der Sekten hineingezogen werden. Zugleich zeigt er sehr subtil, wie Maroesjas Mutter sich auch 20 Jahre später noch ihrer Verantwortung entzieht: "Du warst ein Kind der Gemeinschaft, darin durfte ich mich nicht einmischen", lautet ihre abschließende Erklärung.






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