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26.03.05 - 23.25 : metropolis - 22/03/05

Das MARTa in Herford

Der neueste Museumsbau des Stararchitekten Frank Gehry entsteht im ostwestfälischen Herford. Seine Bauten wirken umso spektakulärer je traditioneller das Umfeld. Und entsprechend schwer tut man sich hier. Zu fremd, zu teuer, wozu? fragen sich die Bürger. Das 70.000 Seelen-Städtchen zum Mekka für zeitgenössische Kunst und Design machen, will der belgische Museumsdirektor Jan Hoet. Von Kritik und frostiger Atmosphäre lässt sich der Ex-Documenta-Chef und langjährige Direktor des S.M.A.K in Gent nicht schrecken. Sie spornt den ehemaligen Amateur-Boxer erst richtig an.

Gehry und Hoet: zwei große Namen - oder sind es gleich zwei Kuckuckseier, die man sich ins Nest gelegt hat?

Jan Hoet: "Die Region hat alle Chancen, von Null anzufangen – und dann: den Blick nach außen. Warum in Herford? Die Region ist bekannt für seine Sturheit. Ein Museum ist immer als ein kritischer Apparat zu fassen und nicht als ein dekoratives Symbol der Gesellschaft."

Mit knapp 10 irritierenden Ausstellungen und Kunstinszenierungen hat Jan Hoet die Bauzeit überbrückt. Einst im Rahmen der EXPO-Initiative des Landes NRW konzipiert, dann als Designzentrum der ortsansässigen Holz- Möbel- und Kunststoffindustrie gedacht, soll das MARTa nun als Kunst- und Kompetenzzentrum für Strukturförderung sorgen.

Jan Hoet: "Wie kann man Geld generieren? Hier geht es um Generieren von Geld, mit einem solchen Gebäude. Die das sieht man noch nicht, weil man die Produkte noch nicht sieht. Man sieht noch nicht die Inhalte, man sieht seinen Erfolg noch nicht. Man sieht noch keine Besucher, man sieht noch nicht die Ausländer, die kommen usw."

Was in Bilbao mit Gehrys Guggenheim-Bau gelang, soll auch in Herford Kasse machen und mit Jan Hoet hatte schließlich auch die Documenta erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Doch die Herforder sehen vor allem die Kosten. Aus geplanten 15 Mio. Euro wurden bislang 28,8. Auch der Bund der Steuerzahler spricht von einer Mischung aus „Möbel, Kunst und Größenwahn“.
Zur MARTa-Eröffnung will Jan Hoet nicht nur das Heldenbild in der Kunst und große Namen wie Picasso, Beuys, Klee und Bacon präsentieren. Im größten Raum, dem sog. Dom, soll auf 400 qm und bis in 24 Meter Höhe eine Wunderkammer entstehen. Hier werden vor allem seine ganz persönlichen Helden eine Rolle spielen. Die Ausstellung heißt nicht umsonst: „(my private) Heroes“.

In Hoets Herforder Wohnung finden sich die Objekte, die den privaten Teil der Heldenausstellung ausmachen werden. Auch die Schnupftabakdose seiner Großmutter gehört dazu. Das mag wohl auch die Sponsoren wie die örtlichen Unternehmer und den E.ON Konzern überraschen. Modemacher Galliano gehört zu Hoets Helden, genauso wie Radsportler Jan Ullrich, Musiker Thelonious Monk, Marlene Dietrich oder die Trümmerfrauen. Eine Heldenausstellung in Deutschland, vielleicht kann sich daran nur ein Belgier so unbekümmert wagen?
Noch sorgt Herfords neue Wunderkammer MARTa für erhitzte Gemüter. Doch laut Jan Hoet ist eine Krise auch immer die Chance zum Neuanfang. Am 7. Mai ist Eröffnung in Herford.
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In der reportage zu sehen
"If" und "Splayed" Arbeiten der Deutsch-Kenianerin Ingrid Mwangi

MARTa Herford
Goebenstr. 4-10
32052 Herford
Tel: +49 (0) 52 21 | 99 44 30 - 0
>> Offizielle Website

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Metropolis
Eine Reportage von Claudia Mützelfeldt
Samstag, den 26. März 2004 um 23.25 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 27. März um 18.05 Uhr
Redaktion: ZDF
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Erstellt: 22-03-05
Letzte Änderung: 22-03-05


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