Pierre Henry, der Erfinder der "konkreten Musik", wird am 9. Dezember 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass öffnet der Komponist, dessen Werke in den 50ern so richtig "skandalös" klangen, die Türen zu seinem Universum. Pierre Henry erinnert sich an die Anfänge seiner Laufbahn und an wichtige Lebensstationen. Das filmische Porträt gibt dabei nicht nur Einblick in die Welt des Künstlers, sondern liefert darüber hinaus den Schlüssel zum Verständnis seines Werkes.
Als Pierre Henry nach seiner klassischen Ausbildung - unter anderem bei Olivier Messiaen - zusammen mit dem Ingenieur und Musiktheoretiker Pierre Schaeffer in den 50er Jahren mit elektro-akustischer Musik zu experimentieren begann, erregte das Aufsehen. Notenschrift und Partituren und infolgedessen auch Interpreten hatten ausgedient: Die "konkrete Musik" verwendet als Ausgangsmaterial Alltagsgeräusche, die aufgenommen, geschnitten und mittels der damals ganz neuen technischen Möglichkeiten bearbeitet werden. Dem radikalen Neuerer Pierre Henry sind epochemachende Stücke zu verdanken wie die "Symphonie pour un homme seul" und "Messe pour le temps présent".
Doch der originelle Künstler erneuerte nicht nur den musikalischen Schaffensprozess, sondern auch die Hörgewohnheiten. Musikhören macht er zum Happening, auf das er sich bis heute meisterhaft versteht, indem er interessierte Hörer wie Freunde zu sich nach Hause einlädt. Dort kann er aus seinem geradezu babylonisch anmutenden Tonarchiv schöpfen, oder er veranstaltet Rave-ähnliche Partys wie das "Tamtam du merveilleux" auf dem Platz vor dem Pariser Centre Pompidou, wo er live eine rhythmische Sinfonie mischte.
Pierre Henry, der trotz seines höchst kommunikativen Berufes ein eher zurückhaltender Mensch ist, erzählt hier von prägenden Begegnungen und gibt Einblick in seinen Schaffensprozess. Dazu schöpft der Film aus dem reichhaltigen Bild- und Tonarchivmaterial.
Die AutorenFranck Mallet und Eric Darmon, die beiden Autoren des vorliegenden Porträts, haben nicht zum ersten Mal zusammen gearbeitet: Sie haben bereits den Film "Looking Glass" (auf ARTE am 02.10.2004) realisiert, ein Porträt des amerikanischen Komponisten Philippe Glass, der die Musikgeschichte mit Minimal Music und seriellen Klangkompositionen revolutionierte.
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Pierre Henry oder wenn aus Geräuschen Musik wird" ist beim Verlag Idéal Audience International erschienen.
Diese DVD enthält eine Französische, Englische und Deutsche Sprachfassung.
Auch auf der DVD:
- "Le Voile d'Orphée" von Pierre Henry, 1953. Dieses Konzert wurde am 12. Dezember 2003 in der Cité De La Musique in Paris gefilmt.
- "Le Candidat" - Ein Film von Gérald Belkin.
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