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Kino auf ARTE - 21/11/11

Das Tier in meinem Herzen

(Coeur animal)
Spielfilm, Frankreich/Schweiz 2009, ARTE F
Regie: Séverine Cornamusaz; Buch: Séverine Cornamusaz, Marcel Beaulieu; Kamera: Carlo Varini; Schnitt: Daniel Gibel; Musik: Evgueni Galperine; Produzent: Xavier Grin, Pascal Verroust; Produktion: P.S. Productions, ADR Productions, La Télévision Suisse Romande, SRG, SSR idée suisse
Mit: Camille Japy - (Rosine), Olivier Rabourdin - (Paul), Antonio Buil - (Eusebio), Alexandra Karamisaris - (Claudie), Franziska Kahl - (Mutter), Pierre-Louis Normand - (Léon)

Paul betreibt hoch oben in den Schweizer Bergen einen Bauernhof. Bei ihm ist nur seine Frau Rosine, die er mehr wie eines seiner Tiere denn wie ein menschliches Wesen behandelt. Als sie schwanger wird, stellt Paul den spanischen Gastarbeiter Eusebio ein, dem er mit ähnlicher Verachtung begegnet. Zunächst scheint das Zusammenleben auf dem Hof irgendwie zu funktionieren, doch dann bricht Rosine zusammen. Ihre vermeintliche Schwangerschaft entpuppt sich als Krebs ...



Wenn der Tag auf Pauls Hof beginnt, ist noch nicht einmal die Sonne aufgegangen. Hoch oben in den Schweizer Alpen stellen er und seine Frau Rosine Käse und Milch her, die sie unten im Dorf verkaufen. Das Leben auf der Alm ist von kalter Routine gekennzeichnet, Paul scheint unfähig zu menschlicher Zuneigung zu sein. In harschem Ton kommandiert er seine Frau umher, vergewaltigt sie in der Scheune und sieht in ihr mehr Tier als einen Menschen.
Als sie eines Tages schwanger wird, muss auch er einsehen, dass ab jetzt ein zusätzliches Paar Hände auf dem Hof von Nöten ist. Also stellt Paul den spanischen Gastarbeiter Eusebio ein, der sich dem Bauern und seiner Frau gegenüber freundlich und hilfsbereit zeigt. Doch Paul begegnet ihm mit Misstrauen: Er lässt ihn im Stall bei den Tieren schlafen und verbietet Rosine jeglichen Umgang mit ihm.
Als deren Schwangerschaft sich aber als Krebs entpuppt und sie mit schweren Unterleibsblutungen ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, sind die beiden Männer plötzlich auf sich alleine gestellt. Nach einem schwierigen Anfang entwickelt sich aber dennoch so etwas wie ein freundliches Miteinander. Als Paul endlich realisiert, wie sehr ihm seine Frau fehlt, bringt er es nicht fertig, sie an ihrem Krankenbett zu besuchen. Mit Eusebios Hilfe wird ihm klar, dass es jetzt nur noch eine Chance gibt, in sein altes Leben zurückzufinden: Er muss sich von Grund auf ändern und vom Tier zum Menschen werden.

Drehbuch frei nach dem Roman "Von wegen den Tieren" von Noëlle Revaz
Mit ihrem ersten Spielfilm dringt die schweizerische Regisseurin Séverine Cornamusaz tief in das Bewusstsein eines Mannes ein, der unfähig ist, seine Gefühle durch sein Handeln auszudrücken. Anfangs scheint Paul wie ein Ungeheuer, eine Person, die durch ihre Taten Unverständnis und Abscheu beim Zuschauer hervorruft. Doch je länger das Publikum mit dem Blickwinkel Pauls konfrontiert wird, desto mehr kann es dessen inneren Kampf und dessen Unvermögen, menschliche Nähe zu akzeptieren, nachvollziehen.
Als Hintergrund für dieses menschliche Drama dient das weite Panorama der schweizerischen Hochalpen, welches mit seinem wolkenverhangenen Himmel und seinen felsigen Böden den kargen Gemütszustand des mürrischen Bauern widerspiegelt.
Beim schweizerischen Filmpreis erhielt "Das Tier in meinem Herzen" den Preis für den besten Film, Antonio Buil wurde für seine Rolle als Eusebio als bester Darsteller ausgezeichnet.

Das Tier in meinem Herzen
Montag 5. Dezember 2011 um 02.35 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, Schweiz, 2009, 90mn)
ARTE F

Erstellt: 21-11-11
Letzte Änderung: 21-11-11