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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

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Sendung vom 2. Juli 2006 - 25/04/04

Das Wort

Französischen Wörtern, die mit « sch » anfangen


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Hinrich Schmidt-Henkel, unser Lieblingsübersetzer, erzählt uns heute von französischen Wörtern, die sehr deutsch klingen: alle fangen mit dem Laut « sch » an.

Im Französischen wie im Deutschen gibt es ja viele Wörter, die aus dem Nachbarland stammen. Oft erkennt man deren Ursprung gar nicht mehr.

Manchmal aber möchte man kennzeichnen, dass ein Wort über den Rhein gekommen ist. Wird im französischen der Laut „sch“ nicht wie üblich mit „ch“, sondern mit „sch“ geschrieben – dann ist der deutsche Ursprung garantiert!

Wie bitte – Sie meinen es gibt auf Französisch keine Wörter mit „sch“? Aber doch – jeder Franzose kennt zum Beispiel „Schnaps“. Oder auch „Chabraque“, das heute ohne „s“ am Anfang, vor hundert Jahren aber noch mit „s“ geschrieben wurde, wie im Deutschen. Ganz ursprünglich stammt das Wort aus dem Türkischen. Und bedeutete eine Satteldecke beim Pferd – heute ist es auf Deutsch eine ziemlich unfreundliche Bezeichnung für eine Frau eines gewissen Alters oder eines gewissen Gewerbes. Und auf Französisch hat das Wort als Adjektiv überlebt – „il est chabraque“, der spinnt ein bisschen.

Vor allem das Argot hat das „sch“ bewahrt, denn das Argot liebt Spiele mit Wörtern und Sprache. In diesem französischen Argot-Wörterbuch aus dem 19. Jahrhundert finden wir gleich eine ganze Liste von Wörtern mit „sch“ am Anfang.

Da gibt es zum Beispiel „la schlague“ – fast überflüssig, das zu übersetzen – es kommt von der Züchtigungsstrafe, die die preußischen Soldaten über sich ergehen lassen mussten. Und daraus hat das Argot noch selbstständig gemacht „schlaguer“.

Das Argot kennt auch „le schwartz“ – das bedeutet hier das Geld, das man am Fiskus vorbeimanövriert, also das Schwarzgeld.

Das deutsche Wort „Schlaf“ heißt auf elsässisch „schlof“, das Argot macht daraus „faire schloff“ – „schloff machen“, also schlafen, pour „dormir“. Genauso wie „schloffer“. Und viele Franzosen sagen auch heute „je vais au schloff“ – ich geh ins schloff – ins Bett.Und weil es so komisch wirkt, gibt es das „sch“ auch in jüngeren französischen Wörtern. Zum Beispiel in einem, das alle Franzosen kennen, groß und klein. Es ist eine belgische Erfindung, es handelt sich um kleine, blaue Männchen – genau: die Schlümpfe, auf französisch heissen sie „les Schtroumpfs“.

Erstellt: 28-06-06
Letzte Änderung: 25-04-04


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