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Scherzo (Real Audio, 30'')
Unsquare Dance (Real Audio, 30'')
Blue Rondo À La Turk (Real Audio, 30'')Dave Brubeck war einer der Hauptvertreter des Westcoast-Jazz und Mitbegründer der „Third Stream“ Bewegung. Wie auch das Modern Jazz Quartet näherte sich Brubeck der europäischen Konzertmusik an, ohne dabei den primären Jazzcharakter seiner Musik aus den Augen zu verlieren. Die Third-Stream-Bewegung wollte vor allem den Publikumskreis erweitern, indem sie am Swing orientierte eingängigere Melodien spielte, um sich vom abstrakteren Cool Jazz zu distanzieren. Bei den Konzerten kam deshalb der Improvisation nur eine Nebenrolle zu. Die Wende zur neuen melodischen Einfachheit gepaart mit komplexen Arrangements hatte bei einem intellektuell bürgerlichen Publikum großen Erfolg und wurde wiederum von Kritikern als Cocktail-Bar-Jazz abgetan.
Dave Brubeck startete in den 1950er Jahren in den USA eine Konzertoffensive an den Hochschulen und Colleges. Mit seinem Album „Time Out“ von 1959, auf dem er gezielt die Variation der Metrik zum Thema gemacht hat, verhalf ihm zu seinem internationalen Durchbruch. Darauf zu finden sind der Megahit „Take Five“ und das von Mozart inspirierte „Blue Rondo À La Turk“. Brubeck befasste sich stets mit der Verbindung von Jazz und Klassik, 1960 schrieb er die Ballettmusik „Points On Jazz“, 1968 sein Oratorium „The Light In The Wilderness“ und 1979 das weihnachtliche Chorspiel „La Fiesta De La Posada“. Brubeck und sein Quartett traten mit Leonard Bernstein und den New Yorker Philharmonikern auf und er schrieb Arrangements für Chor- und Orchesterwerke. 1999 führte er mit dem Bach Collegium München unter der Leitung von Russell Gloyd das Programm „Jazz Meets Bach“ auf, das 2004 in Frankfurt in der Alten Oper mit „Brubeck Meets Bach“ fortgeführt wurde und wovon das gleichnamige aktuelle Doppel-Album zeugt.
Eröffnet wird die Live-Aufnahme mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach für zwei Klaviere und Orchester, mit dem Klavier-Duo Anthony und Joseph Paratore. Die Pianisten interpretieren im Anschluss in Begleitung eines Kammerorchesters Brubecks „Points On Jazz“, das in seinem Aufbau einer Suite gleicht. Die einzelnen Sätze basieren auf Rhythmusstrukturen, die vornehmlich aus Tanzrhythmen abgeleitet sind, wie „Scherzo“ oder „Waltz“ und folgen einer „Thema mit Variationen“-Struktur. Jeder Satz steht für einen Teil der Jazzgeschichte, vom Ragtime bis Blues.
Im zweiten Teil des Konzerts und des Albums interpretiert das Jazz-Quartett gemeinsam mit dem Bach Collegium Munich Brubecks Klassiker, mit gewohnt rhythmisch swingenden Verve. Das Album „Brubeck Meets Bach“ ist ein gelungener Schulterschluss zwischen Klassik und Jazz, Komposition und Improvisation, sowie europäischer und amerikanischer Musiktraditionen.
Matthias Schneider







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