22.09.07 um 22.35 Uhr - 14/08/08
Debussy: Pelléas et Mélisande
Oper in fünf Akten
Einsamkeit, verbotene Liebe, Eifersucht und Brudermord - ARTE zeigt Debussys Meisterwerk des Fin de Siècle basierend auf einem Werk des belgischen Dramatikers Maurice Maeterlinck in einer aktuellen Inszenierung des Pariser Théâtre des Champs-Elysées.
Es dirigiert Bernard Haitink, Jean-Louis Martinoty zeichnet für die Inszenierung verantwortlich. In den Titelrollen sind Magdalena Kozená als Mélisande und Jean-François Lapointe als Pelléas zu hören. Arnold Schönbergs sinfonische Umsetzung von Maeterlincks Drama strahlt ARTE morgen Abend um 19.00 Uhr aus. Claudio Abbado dirigiert dann das Gustav Mahler Jugendorchester.

Videoausschnitt
Nach ihrer denkwürdigen Konzertfassung von "Pelléas und Mélisande" im Jahr 2000 haben das "Orchestre National de France" und der große niederländische Dirigent Bernard Haitink im Juni 2007 im Pariser Théâtre des Champs-Elysées die Bühnenfassung von Maeterlincks Meisterwerk aufgeführt. Debussys Oper in fünf Akten wurde 1902 an der Pariser Opéra Comique uraufgeführt, nachdem Debussy vom Dichter selbst die Erlaubnis bekommen hatte, das Theaterstück zu vertonen.
Es geht um Einsamkeit, verbotene Liebe, Eifersucht und Brudermord: Bei der Jagd im Wald begegnet Golaud einer jungen Frau, Mélisande. Sie sitzt weinend an einer Quelle. Sie ist vor den Menschen geflohen, will aber den Grund ihres Kummers nicht nennen. Golaud verliebt sich in Mélisande. Er kehrt mit ihr ins Schloss seines Großvaters, des greisen Königs Arkel, zurück, in dem auch sein junger Halbbruder Pelléas lebt. Arkel, der König, billigt die Wahl der Braut. Nach der Hochzeit begegnen sich Pelléas und Mélisande am "Brunnen der Blinden" zum ersten Mal. Beim Mittagsschlag der Schlossuhr fällt Mélisande der Ehering ins Wasser und die beiden fassen eine scheue Zuneigung zueinander, schließlich verlieben sie sich leidenschaftlich ineinander. In rasender Eifersucht tötet Golaud seinen Halbbruder Pélleas. Mélisande stirbt, nachdem sie ein Mädchen zur Welt gebracht hat. Golaud bleibt mit seinen Schuldgefühlen zurück...
Debussys psychologisch verfeinerte Opernhandlung verzichtet nicht auf das Geheimnisvolle, Alptraumhafte und Traumhafte von Maurice Materlincks symbolistischem Theatertext. Vieles wird nur angedeutet und vieles bleibt in dem Drama unausgesprochen. Die Handlung ist ins Innere der Figuren verlegt, das Orchester hat die Aufgabe, das Unsagbare anzudeuten.
Bernard Haitink sagt über die Opernfassung:
"Maeterlincks Text und Debussys Musik gehen eine vollkommene Symbiose ein und bewirken die Faszination des Werkes. Debussys musikalische Inspiration verbindet sich wunderbar mit dieser so menschlichen, hellsichtigen und vergeistigten Geschichte über die Einsamkeit." (Diapason, Juni 2007)
Regisseur der Oper ist Jean-Louis Martinoty, dessen Inszenierung der "Nozze di Figaro" bei Kritik und Publikum einhellige Zustimmung fand. Es singen Magdalena Kozená, die beiden hervorragenden jungen Kanadier Jean-François Lapointe - der kürzlich in der Mailänder Scala bereits als Pelléas auf der Bühne stand - und Marie-Nicole Lemieux sowie der großartige Laurent Naouri als Golaud.
Magdalena Kozená kehrte nach ihrem Rezital am 15. Dezember 2006 ans Théâtre des Champs-Elysées zurück, um die Mélisande zu singen. Demnächst interpretiert sie die Titelrolle in der Uraufführung von Hans Werner Henzes "Phaedra" an der Deutschen Staatsoper Berlin und im Opernhaus "La Monnaie" in Brüssel. Im Royal Opera House in Covent Garden gibt sie ihr Debüt in der Titelrolle von "La Cenerentola".
"Pelléas und Mélisande" inspirierte auch Arnold Schönberg, der ohne Kenntnis von Debussys Werk von 1902 bis 1903 Materlincks Drama in eine Sinfonische Dichtung umsetzte. Schönbergs Fassung, gespielt vom Gustav Mahler Jugendorchester unter der musikalischen Leitung von Claudio Abbado, bringt ARTE morgen um 19.00 Uhr in
"Maestro".
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Samstag, den 22.September 7 um 22.35 Uhr
Debussy: Pelléas et Mélisande
Oper in fünf Akten
Buch: Maurice Maeterlinck; Kostüme: Yan Tax; Komponist: Claude Debussy
Chorleiter: Stephen Betteridge; Ausstattung: Hans Schavernoch; Licht: André Diot;
Orchester: Orchestre National de France; Fernsehregie: Chloé Perlemuter; Inszenierung: Jean-Louis Martinoty;
Produzent: NHK; Dirigent: Bernard Haitink
Mit: Jean-François Lapointe - (Pelléas), Magdalena Kozená - (Mélisande), Laurent Naouri - (Golaud),
Amel Brahim-Djelloul - (Yniold), Yuri Kissin - (der Arzt), Marie-Nicole Lemieux - (Geneviève)
171 Min.
Oper, Frankreich 2007, ARTE F, Erstausstrahlung
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Erstellt: 30-08-07
Letzte Änderung: 14-08-08