Was sind elektromagnetische Wellen?
Die mathematischen Gleichungen zur Beschreibung der Gesetzmäßigkeiten elektromagnetischer Wellen wurden bereits 1873 von dem genialen schottischen Physiker James Clerk Maxwell formuliert; 1887 lieferte der deutsche Physiker Heinrich Hertz den experimentellen Nachweis. Wie alle physikalischen Wellen transportieren auch elektromagnetische Wellen ein gewisses Maß an Energie durch den Raum. Man spricht auch von einer Strahlung. Die Menge an Energie, die dabei transportiert wird, hängt von der Amplitude und der Frequenz der Wellen ab.
Was ist der SAR-Wert?
Die „spezifische Absorptionsrate“ (SAR), ausgedrückt in Watt pro Kilogramm (W/kg), ist die von Mobilfunkbetreibern und Gesundheitsbehörden gewählte physikalische Größe, die als Maß für die Absorption von elektromagnetischen Feldern in biologischem Gewebe gilt. Gemessen wird nicht die vom Gerät abgestrahlte, sondern die vom Organismus aufgenommene Energie. Der SAR-Grenzwert entspricht also der maximalen Energiemenge, die vom Gewebe – d.h. dem menschlichen Kopf oder einem anderen Körperteil – aufgenommen werden darf. Bestehende SAR-Grenzwerte gründen sich auf einen Wärmeeffekt, d.h. die Erwärmung der Haut oder der ausgesetzten Organe durch die vom Gerät während des Betriebs abgegebenen Mikrowellen. Der europäische Grenzwert für den Kopf- und Rumpfbereich beträgt 2 W/kg. Strahlen oder Die Wissenschaft vom Risiko zeigt, dass die Wellen auch unterhalb des Grenzwertes für thermische Effekte Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben.
Was ist elektromagnetische Hypersensibilität?
In Schweden stellten in den 90er Jahren immer mehr Menschen fest, dass ihr Wohlbefinden durch elektromagnetische Felder beeinträchtigt wird. Olle Johansson nahm als einer der ersten Forscher der Welt diese Symptome ernst und gab ihnen einen Namen: elektromagnetische Hypersensibilität. In Schweden betrifft diese Erscheinung rund 2 % der Bevölkerung und ist heute als Behinderung anerkannt. Weltweit steigt die Zahl der Betroffenen – und doch bleibt das Phänomen ein medizinisches Rätsel!
Was sind nichtthermische Effekte?
Insbesondere im Verlauf des letzten Jahrzehnts wurden in wissenschaftlichen Studien bei Mensch und Tier biologische Auswirkungen elektromagnetischer Wellen festgestellt, die nicht mit der Erwärmung des Gewebes zusammenhängen. Es wird vermutet, dass die Mikrowellenstrahlung von Mobiltelefonen sich auf die Hirntätigkeit und auf kognitive Fähigkeiten wie Lernfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis auswirkt. Ferner könnte die elektromagnetische Strahlung die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke und die Produktion bestimmter Hormone beeinflussen. In-vitro-Versuche (z.B. im Rahmen der Studien von Alain Vian und Rony Seger) lassen einen Einfluss von Mobilfunkwellen auf menschliche Zellen erkennen. Die Gesundheitsbehörden gehen zurzeit noch davon aus, dass diese Effekte die Gesundheit nicht gefährden.
Generation Handy
Von Mobilfunkwellen sind wir alle betroffen. Mit über 55 Millionen Handynutzern in Frankreich, über 100 Millionen in Deutschland und mehreren Milliarden weltweit kann das Mobiltelefon geradezu als Wahrzeichen des 21. Jahrhunderts gelten. Als Konsumgut läuft es Computer, Fernseher und Auto den Rang ab. Jedes Handy ist ein kleines Meisterwerk der modernen Elektronik mit immer perfekteren Komponenten. Flüssigkristalldisplays, Mikroprozessoren, Speicherkarten, Lautsprecher, Batterien ... in jedem Gerät stecken 500 bis 1.000 Bauteile, die den Abbau verschiedener Erze erfordern. Neben Gold, Kupfer und Silber enthalten Handys auch mehr oder weniger schädliche Substanzen wie das leicht radioaktive Coltan, das in der Elektronikindustrie eine wichtige Rolle spielt.






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