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Dienstag, 28. Februar 2006, um 22.50 Uhr - 25/02/06

Der Alte Affe Angst

Theaterregisseur Robert ist ein von Selbstzweifeln geplagter Mann. Als sein Vater stirbt, beginnt für Robert eine Zeit der Selbstzerstörung, die auch vor seiner Freundin Marie nicht halt macht. Doch Marie will um ihre Liebe kämpfen...

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Theaterregisseur Robert ist egozentrisch, sensibel und schwimmt in Selbstmitleid. Seine Freundin Marie begehrt er nicht mehr, für die Frau seines Lebens hält er sie dennoch. Zwischen ihnen steht die Angst, der alte Affe Angst. Als Robert erfährt, dass sein Vater Klaus unheilbar krank ist, nimmt er nach Jahren des Schweigens wieder Kontakt zu ihm auf. Doch kurz darauf stirbt Klaus. Robert, ohnehin geplagt von künstlerischen Zweifeln und Ängsten, begibt sich immer mehr auf einen selbst-zerstörerischen Ego-Trip. Seit Monaten schon hat er nicht mehr mit Marie geschlafen, findet sexuelle Befriedigung nur noch bei Prostituierten. Auch für Marie beginnt nun eine schwere Zeit, in der sie fast den Boden unter den Füßen verliert. Doch in ihrer großen gegenseitigen Liebe und der wilden Entschlossenheit, für einander zu kämpfen, liegt die Hoffnung auf einen Neuanfang...

"Der Alte Affe Angst" ist eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Thema Liebe, die bei Regisseur Oskar Roehler nie glücklich oder romantisch ist, sondern immer mit Leid und Schmerz einhergeht. Auf der einen Seite der getriebene Künstler, der sich mit einem undurchdringlichen Schutzpanzer umgibt - auf der anderen Seite die sowohl willensstarke als auch zerbrechliche Marie, die für ihre Liebe und das Leben kämpft. Ein bewegender, mutiger und schonungslos ehrlicher Film, der mit Marie Bäumer, André Hennicke und Vadim Glowna ein großartiges Ensemble auf der Leinwand versammelt.
Der Film lief im offiziellen Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2004. "...man kann sagen, dass man schon lange keine deutschen Schauspieler mehr so nackt gesehen hat, so bloß gestellt in ihrem Liebeshunger und in ihrer Unfähigkeit, ihre Gefühle in jene Form gießen, die man Leben nennt [....] Was das angeht, ist Roehler wirklich ein würdiger Nachfolger Fassbinders", schreibt die FAZ.

Die talentierte und vielseitige Schauspielerin Marie Bäumer war schon vor ihrem umjubelten Kinodebüt in Detlev Bucks Erfolgskomödie "Männerpension" (1995) dem Theater- und Fernseh-Publikum ein Begriff. Zuletzt war sie 2005 in Stefan Krohmers Thriller "Ein toter Bruder" und in der ARTE Koproduktion "Wellen" (2005, auf ARTE am 27.1.2005) von Vivian Naefe zu sehen. Für ihre herausragende schauspielerische Leistung in "Der Alte Affe Angst" wurde Marie Bäumer 2004 mit dem Bayerischen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

André Hennickes Rollen sind charakterstarke Typen, Menschen mit Brüchen. Nach zahlreichen Kinofilmen wie Rainer Kaufmanns "Kalt ist der Abendhauch" (2000) und Martin Hardins "So weit die Füße tragen" (2001) machte André Hennicke durch seine markante Rolle in Christian Petzolds "Toter Mann" (2001, Deutscher Fernsehpreis) auf sich aufmerksam. Seinem eisigen Porträt des NS-Richters Roland Freisler in "Sophie Scholl" (2005, Regie: Marc Rothemund) folgte die Darstellung des Serienkillers Gabriel Engel in Christian Alvarts Thriller "Antikörper" (2005).

Vadim Glowna wird gerne als undurchsichtiger Außenseiter eingesetzt. Er spielte Charakterrollen in Reinhard Hauffs "Der Hauptdarsteller" (1977) und in Bertrand Taverniers "La mort en direct" (1980). Für seine Rolle in Oskar Roehlers "Die Unberührbare" wurde er im Jahr 2000 mit dem Preis der Deutschen Filmkritik als Bester Schauspieler ausgezeichnet. Er spielte den Vater in Jo Baiers "Schwabenkinder" (auf ARTE am 30.12.2005), Johann Sebastian Bach in "Mein Name ist Bach" (2003) von Dominique de Rivaz und den skurrilen Vater Günther in Oskar Roehlers "Agnes und seine Brüder"(2004).

Der alte Affe Angst
Deutschland 2004, ARTE/BR, Erstausstrahlung, 16:9, 86 Min
Regie: Oskar Roehler; Buch: Oskar Roehler;
Kostüme: Ingrida Bendzuk;
Kamera: Hagen Bogdanski;
Schnitt: Uli Schön;
Ausstattung: Birgit Kniep-Gentis;
Maske: Iris Ketter, Christiane Greve;
Ton: Jochen Hergersberg;
Musik: Martin Todsharow;
Produktion: Neue Bioskop Film, TV60 Film, BR/ARTE;
Redaktion: Dr. Gabriela Sperl
Mit: Marie Bäumer - (Marie), André Hennicke - (Robert), Vadim Glowna - (Vater Klaus), Christoph Waltz - (Analytiker), Catherine Flemming - (Mutter), Herbert Knaup - (Wolfgang), Nina Petri - (Klinikpsychologin), Ralf Bauer - (Frauenarzt

Erstellt: 31-01-06
Letzte Änderung: 25-02-06