Kritik: Bereits in seinen international erfolgreichen ersten Filmen "Wilde Bienen" (2001) und "Jahreszeit des Glücks" (2005) bewies der tschechische Autor und Regisseur Bohdan Sláma seine gute Beobachtungsgabe und sensible Wiedergabe komplexer emotionaler innerer Zustände seiner Figuren. Für die Rolle des Dorflehrers hat er mit Pavel Liska - der bereits in seinen beiden anderen Filmen zu sehen war - eine großartige Besetzung gefunden. Mit seinem zurück genommenen Spiel macht er die innere Tragik seiner Figur spür- und sichtbar.

Deutschland, Frankreich, Tschechische Republik 2008, 110 Min.
Buch und Regie: Bohdan Sláma
Mit Pavel Liska, Marek Daniel, Zuzana Bydzovská, Ladislav Sedivy, Tereza Vorísková

"Der Dorflehrer" ist ein stiller ruhiger Film mit gelegentlichen emotionalen Explosionen. Die Kamera fängt die Figuren und Landschaften in langen ruhigen Einstellungen ein, in denen zumeist auch geschwenkt wird. Dadurch entsteht die - bisweilen auch ein wenig artifizielle - Bewegung eines Flusses, die den Film voranträgt.
"Jeder braucht jemanden" ist die schlichte wie ergreifende Botschaft des Films. Dieser Jemand ist im Idealfall der Mensch, auf den die persönliche Liebe fällt. Doch diese will erwidert werden. Vier Menschen lieben in "Der Dorflehrer" einen jeweils anderen, der wiederum auch einen anderen liebt. Der Dorflehrer Petr, die gestandene Bäuerin Marie, ihr Sohn Lada und schließlich der Ex-Freund Petrs - ein Schnösel aus der Stadt - sie alle lieben ohne von der auserwählten Person zurück geliebt zu werden.
Doch auch wenn es nicht gleich die große Liebe ist, so "brauchen wir doch andere Menschen, weil wir nur in der positiven Beziehung mit anderen Menschen Glück finden," weiß Regisseur Sláma. So verzagen die von ihm gezeigten Menschen nicht, sondern sie wissen sich zu helfen. Auch wenn dies nur manchmal zum gewünschten Erfolg führt.
Nana A.T. Rebhan






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