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14/01/05

Der Fall Cap Arcona

Ein Film von Günther Klacke & Kai Herrmann


Die furchtbarste und größte
Schiffskatastrophe aller Zeiten

Synopsis

Akribische Dokumentation über die angeblich größte Schiffskatastrophe aller Zeiten

Die Kritik zum Film

Mit deutscher Gründlichkeit haben die beiden Filmemacher Günther Klaucke und Kai Herrmann alles zusammengetragen, was sie an Information zum „Fall Cap Arcona“ finden konnten. Der Luxusdampfer erlebte 1927 seine Jungfernfahrt. Mit Schwimmbad, Sportdeck, Ballsaal und einem 330 Meter langen Deck, auf dem die reichen Passagiere romantische Spaziergänge im Mondschein erleben durften, war es das mondäne Schiff seiner Zeit. 1942 drehte die UFA auf ihr den deutschen Film DER UNTERGANG DER TITANIC. Bereits drei Jahre später sollte der Luxusfrachter selbst sinken.

DER FALL CAP ARCONA addiert historische Aufnahmen und Zeitdokumente mit diversen Interviews von Überlebenden der Besatzung des Schiffes und einigen Häftlingen. Ergebnis ist eine mit Off-Kommentar ergänzte Annäherung an die Ereignisse des 3. Mai 1945. Der Tag, an dem die Cap Arcona stundenlang von der britischen Royal Air Force bombardiert wurde bis sie sank. Sie hatte fast 8000 Personen an Bord – die meisten davon KZ-Häftlinge – von denen über 7000 im eiskalten Wasser der Lübecker Bucht ertranken, oder von SS-Männern erschossen wurden. Diese veranstalteten eine Jagd auf die Häftlinge, die sich völlig erschöpft an Land retten konnten. SS Reichsführer Himmler hatte den Auftrag gegeben, dass kein KZ-Häftling „lebend in die Hand des Feindes fallen dürfte.“

Der Anfang des Films ist irritierend: Wir befinden uns im dichten Straßenverkehr New Yorks und folgen dem Musiker Francis Akos in seine Garderobe. Unweigerlich fragt man sich: Was hat das mit der Cap Arcona zu tun? Selbstverständlich gibt es eine Antwort darauf, denn Francis Akos ist einer der wenigen überlebenden KZ-Häftlinge der Schiffskatastrophe. Konsequenterweise, sozusagen als Rahmenhandlung endet der Film mit einem Auftritt des Künstlers. Doch warum gerade mit ihm? Warum nicht mit dem Schauspieler Erwin Geschonnek (bekannt aus JAKOB DER LÜGNER), der ebenfalls ein Überlebender und Interviewpartner des Films ist?

Davon abgesehen ist der Film für historisch und politisch interessierte Zuschauer eine wahre Fundgrube. Ausgehend von einem schlecht recherchierten mehrseitigen Artikel in der Zeitschrift „Stern“ umkreisen die beiden Filmemacher das Schicksalsdatum des 3. Mai 1945 und erklären die Katastrophe in ihrem ganzen Ausmaß. Die dabei zur Schau getragene Pedanterie ermüdet zwar bisweilen ein wenig, sollte aber nicht vom wichtigen Thema ablenken. Erschreckend ist die Tatsache, dass trotz der über 7.000 Toten bislang kein einziger Mörder gefasst wurde.
Nana A.T. Rebhan
Der Fall Cap Arcona
Buch und Regie: Günther Klacke, Kai Herrmann
Darsteller: Francis Akos, Erwin Geschonnek, Walter Felgner, Thure Dommenget, Franz Wolff
Kamera: Matthias Seldte
Schnitt: Günter Klaucke
Produktion: D 1995 - Cinetick FilmProduktion - Production/ NDR (Bernd-Michael Fincke)
Musik: Werner Loll

DVD 5, PAL, codefree, Bildformat: 1:1,37,
Extras: Kapiteleinteilung, Linkliste - Farbe und s/w
89 min.

Erstellt: 14-01-05
Letzte Änderung: 14-01-05