In dem dritten Teil, der - wie in der einleitenden Anmerkung ausdrücklich gesagt - vollkommen erfunden ist, malt sich Yannick Haenel den Dialog zwischen Karski und US-Präsident Roosevelt bei einem Treffen aus, das tatsächlich am 28. Juli 1943 stattgefunden hat.
In Haenels Version hat der US-Präsidenten nur Augen für die Beine seiner Sekretärin, während ihn der polnische Agent Roosevelt über die Deportationen der Juden und deren Vernichtung informiert.
Der Streit.
Der Regisseur der Shoah-Dokumentation Claude Lanzmann kritisierte Yannick Haenel wegen seiner Erfindung des Roosevelt-Karski Treffens: „Die Szenen, die er sich ausmalt, die Aussagen und Gedanken, die er realen historischen Personen und auch Karski selbst zu spricht, sind so weit von jeglicher Realität entfernt (…), dass man angesichts einer solchen ideologischen Dreistigkeit, einer solchen Ungeniertheit nur staunen kann.“Darauf antwortet Yannick Haenel: „Der Rückgriff auf die Fiktion ist nicht nur ein Recht, es ist in diesem Fall sogar notwendig, da wir fast nichts über das Leben von Karski nach 1945 wissen, außer dass er 35 Jahre lang geschwiegen hat. Die Historiker sind dem Schweigen machtlos ausgeliefert. Karski wieder Leben einzuhauchen stellt also eine intuitive Betrachtungsweise dar. Das nennt man Fiktion.“
Auf ARTE
Mittwoch, den 17. März
"Jan Karski" Ein außergewöhnliches Dokument: Claude Lanzmanns Interview von 1978 mit dem polnischen Widerstandskämpfer Jan Karski.







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