Eine freiheitsliebende Frau
„Françoise Sagan war für mich eine einzigartige, rätselhafte Frau mit einer sehr komplexen Persönlichkeit. Zurückhaltend in tragischen Momenten, überschwänglich bei banalen Anlässen, sorglos, ein wahrer Genussmensch, gierig nach Drogen und Alkohol, verschwenderisch. Sie hat alles ausprobiert, alles gehabt, alles verloren und ist mit einer Unbekümmertheit und Frechheit durch ein halbes Jahrhundert geschritten, wie es sonst nur Dichter und Künstler zu tun vermögen. Sie war vor allem ein freier Mensch: frei zu schreiben, zu lieben, zu teilen. Sie war aber auch darum bemüht, ihr Leben als Künstlerin, als Frau und als Mutter in Einklang zu bringen. Ich habe nicht versucht, sie in einem besseren Licht zu zeigen, sondern ihrer Persönlichkeit möglichst nahe zu kommen. Ich wollte sie so authentisch wie möglich darstellen, sie in ihrer Ambivalenz zeigen, zugleich nah, menschlich und doch völlig unvorhersehbar.“
Diane Kurys, Regisseurin
20.15 Uhr: Bonjour Sagan (1/2), Ein charmantes kleines Ungeheuer
Fernsehfilm, Frankreich 2008, ARTE F, Synchronfassung, 92 Min.
Regie: Diane Kurys;
Buch: Diane Kurys, Martine Moriconi, Claire Lemaréchal;
Kostüme: Nathalie Du Roscoät;
Kamera: Michel Abramowicz;
Schnitt: Sylvie Gadmer;
Ausstattung: Alexandra Lassen;
Maske: Nathalie Tissier;
Ton: Dominique Levert, Guillaume Bouchateau, Christian Fontaine;
Musik: Armand Armar; Produktion: Alexandre Films, France 2, ARTE F
Mit: Sylvie Testud - (Françoise Sagan), Guillaume Gallienne - (Jacques Quoirez), Pierre Palmade - (Jacques Chazot), Lionel Abelanski - (Bernard Franck), Jeanne Balibar - (Peggy Roche), Denis Podalydès - (Guy Schoeller), William Miller - (Robert 'Bob' Westhoff), Bernard Crombey - (Pierre Quoirez), Hélène Arié - (Marie Quoirez)
Mit 18 Jahren wurde die rebellische Literaturstudentin Françoise Sagan weltberühmt und reich. Champagner, Drogen, Saint Tropez und ein selbst Exzesse nicht scheuendes Freiheitsverlangen prägten ihr Leben.
Als 18-Jährige revolutioniert Françoise Sagan die französische Literatur mit dem kleinen Band "Bonjour Tristesse" und trifft mit ungewohnter Offenheit und Sinnlichkeit die Nachkriegsgeneration von 1954 mitten ins Herz. Die aus einer Industriellenfamilie stammende und eher schüchtern wirkende Studentin stürzt sich hinein in den plötzlichen Reichtum, die Preise, Blitzlichter und Skandalrufe.
Innerhalb kürzester Zeit wird das Wunderkind zur Millionärin, doch das Geld gibt sie auf Anraten ihres Vaters genauso schnell wieder aus. Sie liebt es zu feiern, verkehrt in teuren Restaurants und verliert enorme Summen in Spielcasinos. Sie kauft sich schnittige Sportautos und schart eine große Clique um sich, in Honfleur am Atlantik wie in Saint Tropez. Das Leben soll ein einziger Rausch sein, doch es bleiben nur wenige Freunde, denen sie vertrauen kann.
Selbst als sie in Schulden ertrinkt, ist sie nicht bereit, ihren Lebensstil zu ändern. Nach einem schweren Autounfall ist die Schriftstellerin lange ans Krankenbett gefesselt. Hohe Dosen von Morphium sichern ihr ein schmerzfreies Dasein.
Nach ihrer gescheiterten Ehe mit dem französischen Buchverleger Guy Schoeller, heiratet sie zum zweiten Mal den Amerikaner Bob Westhoff, eine Bar-Bekanntschaft, und bekommt einen Sohn, Denis. Die große Liebe ihres Lebens wird die exaltierte, mondäne Stylistin Peggy Roche. Doch dann fordert ihr ungebremster Alkoholkonsum seinen Tribut. Nach einem Zusammenbruch muss sie ins Krankenhaus.
21.45 Uhr: Bonjour Sagan (2/2), Blaue Flecken auf der Seele
Fernsehfilm, Frankreich 2008, ARTE F, Synchronfassung, 96 Min.
Regie: Diane Kurys;
Buch: Diane Kurys, Martine Moriconi, Claire Lemaréchal;
Kostüme: Nathalie Du Roscoät;
Kamera: Michel Abramowicz;
Schnitt: Sylvie Gadmer;
Ausstattung: Alexandra Lassen;
Maske: Nathalie Tissier;
Ton: Dominique Levert, Guillaume Bouchateau, Christian Fontaine;
Musik: Armand Armar; Produktion: Alexandre Films, France 2, ARTE F
Mit: Sylvie Testud - (Françoise Sagan), Pierre Palmade - (Jacques Chazot), Lionel Abelanski - (Bernard Franck), Jeanne Balibar - (Peggy Roche), Arielle Dombasle - (Astrid), Guillaume Gallienne - (Jacques Quoirez)
Wunderkind und Kultautorin Françoise Sagan wurde durch vielfache Skandale zum Medienliebling. Champagner, Drogen, Saint Tropez und ein bis in Exzesse reichendes Freiheitsverlangen prägten ihr Leben. Zweiteiliger Fernsehfilm mit Sylvie Testud in der Hauptrolle.
Honfleur, Juli 1978: Im Juli 1978 steht Françoise Sagan am finanziellen Abgrund. Nur aus einer Laune heraus trennt sie nicht von ihrem Haus - doch dann fängt das Fest ihres Lebens plötzlich wieder an: Ihr Pferd gewinnt Geld in Longchamps, eine neue Verlegerin spornt sie zu neuem Arbeiten an, sie wird als Jurypräsidentin des Filmfestivals Cannes geehrt und sie beginnt, sich regelmäßig mit François Mitterrand, dem späteren französischen Präsidenten, zu treffen.
Doch ihre Alkohol- und Drogensucht hinterlässt deutliche Spuren. Ein weiterer Zusammenbruch, während einer Südamerika-Reise mit Präsident Mitterrand, ist lebensbedrohlich. Innerhalb kurzer Zeit versterben ihr Bruder Jacques, ihre Mutter und ihre Lebensgefährtin Peggy. Sie lernt die exzentrische und skrupellose Milliardärsgattin Astrid kennen, die sie manipuliert und von der sie komplett abhängig wird.
Am Ende kämpft die Schriftstellerin mit einem riesigen Schuldenberg und ihrer Gesundheit. Françoise Sagan verstirbt im Alter von 69 Jahren einsam und völlig verarmt.






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