Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt sich hauptsächlich in einem Kreislauf unter Wildtieren ab. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet mit seinem Kot die Eier des Bandwurms aus. Diese werden häufig von Mäusen und anderen Kleinnagern aufgenommen, die wiederum mit Katzen und Hunden in Berührung kommen und so in den menschlichen Bereich eindringen. Außerdem sind bodennahe Hecken, Sträucher etc. in ländlichen Gebieten auch Bereiche, an die sich der Fuchskot und damit die Bandwurm-Eier anhaften können. Über den Verzehr wildwachsender Beeren können die Erreger so vom Menschen aufgenommen werden.Der Mensch muss Bandwurm-Eier über den Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist er ein Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt, d.h. wieder an einen Fuchs, weitergeben kann. In den menschlichen Organen findet aber eine Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und Lunge werden befallen. Dabei entstehen mehrere Zysten unterschiedlicher Größe in einem Netzwerk von Schläuchen, das diese Organe weitgehend zerstört. Für den Zwischenwirt Mensch ist die Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich. Eine Heilung ist kaum möglich.
Diagnose
Da Beschwerden erst nach 10 bis 15 Jahren auftreten, lässt sich der konkrete Auslöser für eine Fuchsbandwurm-Infektion nie belegen. Viele Betroffenen spüren keine eindeutigen Krankheitszeichen, sondern klagen höchstens über unspezifische Symptome wie allgemeine Abgeschlagenheit, Müdigkeit und häufige leichte Infektionen, beispielsweise Erkältungen. Manche allerdings klagen sehr rasch über Gelbsucht-artige Beschwerden. Meist fallen die Infizierten erst im Rahmen von Routineuntersuchungen auf, da sie erhöhte Leberwerte haben. Sicherheit über eine Fuchsbandwurm-Infektion gibt ein Nachweis von Antikörpern gegen Echinococcen-Antigen sowie eine Computertomographie (CT), bei der die Finnen der Bandwürmer sichtbar gemacht werden.Therapie
Sofern es die Lokalisation der Echinococcus multilocularis-Zysten erlaubt, sollten sie operativ entfernt werden, was allerdings nur bedingt möglich ist. Die Therapie ist zu ergänzen durch eine medikamentöse Langzeitbehandlung von mindestens zwei Jahren. Kann nicht operiert werden, ist eine lebenslange Einnahme der Medikamente vonnöten.
Vorbeugung
Bei der Vorbeugung spielt vor allem die Vermeidung von Infektionsrisiken die wichtigste Rolle. Bodennah wachsende Früchte wie Beeren und Pilze können mit Bandwurmeiern behaftet sein und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle für den Menschen. Sie sollten niemals ungewaschen gegessen werden. Im Umgang mit vierbeinigen Mäusefängern, also vor allem Katzen, ist Hygiene der beste Infektionsschutz für den Menschen. Hände, die das Fell in der Afterregion berührt haben, sollten auf jeden Fall immer gründlich gewaschen werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden. Der Tierarzt verabreicht ein gegen den Fuchsbandwurm besonders wirksames, rezeptpflichtiges Medikament. Die Darmparasiten sterben dadurch ab und die Produktion von Wurmeiern wird unterbrochen. .........................
HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 29. August um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 04. Oktober 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.






per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

