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Jerusalem

Der Regisseur Serge Moati streift durch die Straßen Jerusalems und trifft viele Bewohner...

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Jerusalem - 26/03/09

Der Kampf um Jerusalem: Mai 1948

Palästina im Mai 1948: ein Krieg, zehn Tage, drei Geschichten: Jerusalems Altstadt am Vorabend einer neuen Epoche im Nahen Osten. Für die Juden ist es die Geburt ihrer Nation, für die Palästinenser eine Katastrophe. Erst heute, 60 Jahre später, kann eine neue Geschichte anhand dreier gegensätzlicher Perspektiven erzählt werden. ARTE zeigt diese Sendung im Rahmen des Thementages über Jerusalem.

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John Phillips, einer der ersten Fotojournalisten, wurde vom "Life Magazine" beauftragt, über den ersten israelisch-arabischen Krieg, den sogenannten Unabhängigkeitskrieg, aus Jerusalem zu berichten. Er schloss sich der jordanischen Armee an, seine Bilder werden aber von der jüdischen Perspektive bestimmt. Er machte leidenschaftliche und emotionale Fotos von der Evakuierung der Juden aus der Altstadt Jerusalems.

Jack Padwa ist der Produzent des ersten israelischen Spielfilms. Er stammt aus einer politisch rechtsstehenden britisch-jüdischen Familie und produzierte 1955 den Film "Geburt einer Nation", in dem die Geschichte der Juden aus der Altstadt Jerusalems erzählt wird. Der Film bekam bei seiner Erstaufführung in Cannes viel Beifall, war aber ein kommerzieller Flop, der jedoch zum Mythos des israelischen Unabhängigkeitskrieges beitrug.

Ali Zaarour war der einzige palästinensische Fotograf, der die palästinensische Seite der Geschichte dokumentiert hat. Der Film zeigt zum ersten Mal seine Bilder, welche über die Tragödie der palästinensischen Naqba des 1948er Krieges berichten. Die Zaarour-Familie betreibt bis heute ein Fotolabor in der Altstadt Jerusalems.

Die drei Protagonisten des Films gehören unterschiedlichen Generationen an. Jack Padwa fliegt zu seinem 92. Geburtstag mit seinem Sohn nach Jerusalem, und seine Erinnerungen an die Zeit, als er seinen Film drehte, begleiten ihn auf seiner Reise. John Phillips' Enkelsohn erzählt von seinem Großvater, während er das Kamerateam durch das kleine New York Studio des Fotografen begleitet. Und Ali Zaarours Sohn fährt von seiner West-Bank-Stadt, EL Azariya, zum israelischen Militärarchiv in Tel Aviv, wo kürzlich das Originalfotoalbum seines Vaters wiederentdeckt wurde. 40 Jahre lange hatte es als im Krieg verschollen gegolten.

Die Struktur des Films ist die eines Triptychons. Die drei Geschichten werden sowohl unabhängig voneinander als auch gleichzeitig erzählt, eine knüpft an die andere an, gerade so, wie sie auch wirklich geschehen sind. Was ist aber die wirkliche Geschichte dieses Krieges? Wie wichtig sind die Bilder für das Überleben einer Geschichte, und wie tragen sie zur Demontage einer anderen Erzählung bei? Was geschieht, wenn Erzählungen sich ineinander verweben? "Der Kampf um Jerusalem: Mai 1948" wandert zwischen Fiktion und Realität und sucht nach Funken der Wahrheit.

Der Kampf um Jerusalem: Mai 1948
Dienstag 5. Mai 2009 um 05.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Israel, 2008, 52mn)
ZDF

Erstellt: 19-03-09
Letzte Änderung: 26-03-09