Ein kleines Mädchen kauft sich ein Alligatoren-Baby, das von ihrem Vater die Toilette hinuntergespült wird. Zwölf Jahre später werden Leichenreste in der Kanalisation von Chicago gefunden. Inspektor David Madison begibt sich auf die Suche nach dem Mörder und kommt bald einem Riesenalligator auf die Spur.
"Alligator" Ein Film von Lewis Teague Spielfilm, USA 1980 Mit Robert Forster, Robert Riker, Michael Gazzo, Jack Carter, Henry Silva, Perry Lang
Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ aus dem Jahr 1975 war ein riesiger Kinoerfolg, der weltweit für viele Nachahmer sorgte: Jeder hatte sein menschenfressendes Ungeheuer, das die Behörden überforderte - so auch der 1980 unter der Regie von Lewis Teague nach dem Buch von John Sayles gedrehte Film „Der Horror-Alligator“. Der Hai weicht hier also einem Alligator, der als Baby das Klo hinuntergespült wurde (eine urbane Legende!). Das Tier hat sich jahrelang von hormonverseuchten Versuchstieren ernährt, die von skrupellosen Labormitarbeitern in die Kanalisation entsorgt wurden, aber jetzt greift es auch Menschen an! Ein Polizist versucht, trotz mangelnder Unterstützung durch seinen Vorgesetzten, das Blutbad aufzuhalten. Der „Horror-Alligator“ spielt mitten in der Stadt (eine der guten Ideen dieses Remake), und die Kanalisation spielt darin eine wichtige Rolle - ganz nebenbei eine Hommage an den „Dritten Mann“ von Carol Reed (1949) und an die Riesenmonster von Ray Harryhausen. Die Filmbesetzung ist solide, der bewusst eingesetzte Humor hilft über Ungereimtheiten hinweg, Blut fließt reichlich - kurz: Der Film verfügt über genügend Persönlichkeit und Know-how, damit Nostalgiker des guten alten Horrorfilms der 1980er-Jahre auf ihre Kosten kommen.
Wenn Ihnen an „Der Horror-Alligator“ gefallen hat, dass sich der Drehbuchautor John Sayles an Spielbergschem Grundmaterial inspiriert hat, dann sehen Sie sich auch seinen ersten Kinobeitrag für „Piranha“ (1978) von Joe Dante an, der aus derselben Quelle schöpft. Wenn es Ihnen vor allem die Grusel-Krokodile angetan haben und Sie Originalität zu schätzen wissen, dann versuchen Sie es mit dem perversen, aber amüsanten „Crocodile“ (1977) von Tobe Hooper oder machen Sie einen Abstecher nach Italien und erleben Sie einen kleinen regressiven Lustgewinn mit „Alligator, il fiume del grande caimano“ (1979) von Sergio Martino. Natürlich können Sie sich auch ohne Umwege die Fortsetzung von „Der Horror-Alligator“ reinziehen, „Horror-Alligator 2 - Die Mutation“ (1991) von Jon Hess… Hier nur drei Beispiele unter vielen, denn Kino-Krokodile gibt es zuhauf. Wenn Ihnen gefallen hat, wie Regisseur Lewis Teague hungrige Viecher filmt, dann lassen Sie sich auch von seiner Verfilmung des Stephen King-Romans „Cujo“ (1983) bestechen. Wenn Sie Riesenmonster mögen und der Ansicht sind, mit Mutter Natur ist nicht zu spaßen, und wenn Sie außerdem gerne in Kanalisationen gehen und Ihnen die Mischung Horror/Humor zusagt, dann sollten Sie sich unbedingt den ausgezeichneten „The Host“ (2006) von Bong Joon-ho ansehen.
Jenny Ulrich
„Piranha“
„Le crocodile de la mort“
„Le dieu alligator“
„Der Horror-Alligator“ und „Horror-Alligator 2 - Die Mutation“
„Cujo“
„The Host“
Der Killer-Alligator
Samstag 10. Dezember 2011 um 02.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1980, 87mn)
ARTE F