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Unser Blauer Planet

Die Reihe macht den Zuschauer mittels beeindruckender Bilder aus sechs ozeanischen Lebensräumen mit einer ungeahnten Artenvielfalt bekannt.

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Unser Blauer Planet

Die Reihe macht den Zuschauer mittels beeindruckender Bilder aus sechs ozeanischen Lebensräumen mit einer ungeahnten Artenvielfalt bekannt.

Unser Blauer Planet

22/10/08

Der Meeresforscher mit der roten Pudelmütze

Jacques-Yves Cousteau


Der am 11. Juni 1910 in Saint-André-de-Cubzac (Gironde, Frankreich) geborene Jacques-Yves Cousteau hat sein Leben als Meeresforscher, Autor, Filmproduzent, Umweltschützer, Taucher und Erfinder der Erkundung der unendlichen Weiten der Meere gewidmet.

Unterstützt durch seine Eltern Daniel und Elisabeth Cousteau entdeckte er seine Leidenschaft für das blaue Nass in den felsigen Buchten von Marseille, wo die Familie ihr Heim fand. Nach dem Besuch der Marineschule in Brest ging er im Alter von 23 Jahren als Offizier auf die Jeanne d’Arc, das Schulschiff der französischen Marine. Diese verließ er 1950 mit dem Rang des Korvettenkapitäns. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er als Spion und filmte mit versteckter Kamera Schiffwracks auf dem Grund des Mittelmeeres.

Seinem ursprünglichen Berufswunsch des Piloten konnte er nach einem schweren Autounfall 1936 nicht mehr nachgehen. Nichtsdestotrotz gelang es ihm, noch im gleichen Jahr ein wasserdichtes Gehäuse für Filmkameras zu entwickeln. Mit dieser Konstruktion drehte er seinen ersten Unterwasserfilm.

1937 heiratete Cousteau Simone Melchior, die ihm zwei Söhne, Jean-Michel und Philippe, schenkte.

Sein Erfindertum entwickelte sich weiter, als er mit dem Ingenieur Emile Gagnan den vom Taucher Hans Hass entworfenen Lungenautomaten, die sogenannte „Aqualunge” konstruierte. Außerdem entwickelte er für die Taucher der „Marine Cousteau“ den ersten Scooter, ein motorisiertes Fortbewegungsmittel unter Wasser. Es folgten U-Boote für die Unterwasserforschung sowie Gerätschaften für die Unterwasserfotografie, darunter eine tiefseetaugliche Kamera.

1950 überließ ihm der irische Bierbrauer Guinness ein altes britisches Mienenräumboot, welches später zum Forschungsschiff „Calypso“ umgebaut wurde. Dieses Schiff ermöglichte Cousteau fortan seine Expeditionen zur Erforschung der See. Auf seinen Reisen durch das Rote Meer, den Sankt-Lorenz-Strom, die Antarktis und das Amazonasgebiet nahm er stets Archäologen, Biologen, Geologen, Geophysiker, Zoologen und Ökologen mit an Bord und trug damit einen großen Teil zur Erforschung der Meere bei. Im gleichen Jahr wurde er zum Präsidenten der französischen ozeanografischen Gesellschaft ernannt.



1956 veröffentlichte er in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Louis Malle den Meeresfilm „Le Monde du Silence“ (Welt der Stille), der mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde und zu den bekanntesten seiner zahlreichen Filme zählt. Des Weiteren erhielt er mit dem Film „Le Monde sans Soleil“ (Welt ohne Sonne) 1965 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm.

Durch die Meeresforschung erkannte Cousteau die Gefahr des Menschen für die Meere und setzte sich mehr und mehr für den Schutz des Lebensraumes Meer ein. Von 1957 bis 1988 war Cousteau Direktor des Ozeanographischen Museums in Monaco.

1960 engagierte sich Cousteau gegen die Versenkung radioaktiver Abfälle im Mittelmeer. Daraufhin veranlasste der damalige französische Staatspräsident die Einstellung der geplanten Versenkung. Zudem gelang es ihm durch mehrmaliges Vorsprechen bei der UNO, die Antarktis als Schutzzone erklären zu lassen. Außerdem konnte Cousteau mehr als 5 Millionen Unterschriften für die Petition „Rechte zukünftiger Generationen“ sammeln, die er beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 einreichte.

1974 rief er in den USA die „Cousteau Society“ ins Leben, danach in Frankreich die „Fondation Cousteau“ (seit 1992 „Equipe Cousteau“), die sich dem Schutz des Planeten widmen und Mittel für seine kostspieligen Expeditionen unter ihren Mitgliedern sammeln.
1988 wurde er zum Mitglied der Académie française ernannt.

Nach dem Tod seiner ersten Frau (1990) heiratete Cousteau 1991 Francine Triplet, die heute die Cousteau Society leitet.

Jacques-Yves Cousteau verstarb am 25. Juni 1997 im Alter von 87 Jahren in Paris. Er hinterließ mehr als 150 Filme und 60 Bücher. Der Nachwelt wird ein überaus leidenschaftlicher Abenteurer und engagierter Ozeanograph in Erinnerung bleiben, den man stets an dem wettergegerbten Gesicht und seiner roten Pudelmütze erkannte.

Text: Isabelle Mayr, Katrin Liebau

Erstellt: 22-10-08
Letzte Änderung: 22-10-08