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28.10.2004 - 23.15 : tracks - 27/10/04

Der Patriot Act

Hakim Bey: "Ein Rückzug darf nie chaotisch ablaufen, man darf nicht rumrennen, wie Hühner, denen man den Kopf abgeschlagen hat. Während eines Rückzuges muss man gezielt Treffpunkte ansteuern, an denen für Logistik gesorgt ist, für Nachschub, Munition und Verstärkung. Unsichtbarkeit ist beim Rückzug die beste Taktik, wie beim Guerilla-Krieg. In gewisser Weise sind unsere Methoden denen der Guerilla leider sehr ähnlich, aber etwas anderes bleibt uns nicht übrig. Das Einzige, was die interessiert, ist dein Geld. Und um das zu bekommen, haben sie ihre Methoden. Genau jetzt, in diesem Moment, klopfen sie an die Türen aller, die vorhaben, nach New York zu gehen. Und woher wissen die, dass diese Leute nach New York wollen? Sie haben ihre Namen aus dem Internet. Cool."

Seit dem 11. September 2001 sieht’s in Amiland mit der Freiheit nicht mehr so toll aus. Seit Inkrafttreten des Patriot Act sind alle Stasi-Methoden erlaubt, um die Bevölkerung zu bespitzeln. Der Patriot Act stützt sich auf Datenbanken von Programmen wie „Matrix“ oder „Total Information Awareness“, deren Aufgabe es ist, Computerdaten auszuwerten und potentielle Terroristen auszumachen. Allein in Florida stehen 170 000 Namen auf der Liste. Big Brother wird Realität.

Chris.P/Collectif FPT : "Genau da liegt die Gefahr. Heutzutage hat jeder Zugang zu jedermanns ganz persönlichen Daten, sogar wenn diese streng vertraulich sind. Nicht nur der Staat hat darauf Zugriff."

Am 11. Mai 2004 stirbt die Frau von Steve Kurtz in ihrem gemeinsamen Haus in Buffalo an einem Herzinfarkt, woraufhin er den Notdienst anruft. Nur leider ist Steve Kurz der Gründer des „Critical Art Ensemble“, ein Kollektiv von Künstlern und Wissenschaftlern, das sich gegen Genmanipulationen einsetzt. Und das wird ihm zum Verhängnis. Als der Rettungsdienst bakterielle Kulturen im Haus der Kurtzes entdeckt, alarmieren sie sofort die Polizei, die das Haus umgehend umstellt. Laut Patriot Act ist Steve ein potentieller Bio-Terrorist. Er wird auf der Stelle verhaftet. Bald darauf stellt sich heraus, dass die Bakterien, die bei ihm gefunden wurden, nicht gefährlicher sind als die in einem Joghurt. Seine Kollegen berichten:

Beatriz Da Costa: "Wir konnten ein Projekt nicht vortragen, weil das FBI unser gesamtes Labor beschlagnahmt hatte, inklusive der Computer mit den Forschungsergebnissen. Aber das Verrückteste an der ganzen Sache war, dass sie sogar den Körper seiner Frau konfiszierten, was ihn persönlich ganz besonders traf. Er bekam sie erst nach zwei Wochen wieder zurück."

Unter dem Vorwand der Terroristenbekämpfung ist alles erlaubt: 10 000 Polizisten in den Straßen von New York während des Kongresses der Republikaner, das ist mehr als zur selben Zeit Soldaten in Bagdad wüten. Die Polizei macht keinen Unterschied bei den Demonstranten. Es wird einfach alles verhaftet, was sich bewegt. Obwohl sie nur einer Fanfare hinterherwackeln, werden 200 friedliche Demonstranten willkürlich abgeführt. Über 1000 Demonstranten wurden am Pier 57 eingepfercht. Inzwischen hat das oberste Gericht die Verhaftungen und Verwahrungsmethoden als illegal verurteilt. Für die gesamte Dauer des republikanischen Parteitages wurde ein vergammeltes Buslager zum reinsten Guantanamo von New York. Keine Anwälte, kein Essen, die einzigen Bilder, die diese Zustände bezeugen, wurden mit einem Handy geschossen.
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Links
>> Critical Art Ensemble - http://www.critical-art.net/
>> Neueste Nachrichten, Petitionen, Links zum Critical Art Ensemble - http://www.caedefensefund.org/
>> Die Affäre Steve Kurtz


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TRACKS
Donnerstag, den 28. Oktober 2004 um 23.15 Uhr
Wiederhol. am Samstag, den 30. Oktober um 17.45 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 27-10-04
Letzte Änderung: 27-10-04


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