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Freitag, 16. Dezember 2005 um 20.40 Uhr - 30/11/05

Der Preis der Freundschaft

Der Marseiller Immobilienmakler Lak soll Alpenbewohnern ihre Grundstücke abjagen. Doch hoch oben im tiefen Schnee herrschen andere Bedingungen. Lak ist bald auf Leben und Tod einem sonderlichen Bergmenschen ausgeliefert. Wird er die Chance auf eine tiefe Freundschaft zu schätzen wissen?


Lak, ein Marseiller Immobilienmakler mit maghrebinischen Wurzeln, soll einem Bauunternehmen den Weg für die Errichtung eines neuen Skihanges in den südfranzösischen Alpen ebnen. Beinahe das ganze Dorf hat Lak, der sich seine dunklen Locken blond färbt, um nicht so schnell als Südländer aufzufallen, bereits um den Finger gewickelt. Die meisten der Alpenländler sind bereit, Teile ihrer Grundstücke zu verkaufen, um den Bau des Skihanges zu ermöglichen. Es bleibt noch das strategisch wichtigste Zipfelchen Land oben am Berg, das einem gewissen François Blanc gehört. Blanc, der "Dorftrottel" haust hoch oben auf dem Gipfel als Einsiedler in einer ärmlichen Hütte.

Lak macht sich auf, um Blanc seinen Besitz abzuschwätzen. Doch er scheitert kläglich an den harten Bedingungen in den tief verschneiten Alpen: Er stürzt, verliert sein Handy und schließlich sogar das Bewusstsein. Der Einsiedler rettet ihn und schleppt ihn in seine Hütte, wo er ihn gesund pflegt. Langsam beginnen sich die beiden Männer anzunähern. Lak erlebt Blancs wunderliche Gabe zu heilen und auf Tiere hypnotisch-beruhigend einzuwirken. Auch gesteht dieser Lak seine sehnsüchtige Liebe zu Marie, einem Mädchen aus dem Dorf. Ein gefundenes Fressen für Lak, der seinen neuen Kumpel mit dessen tölpelhafter Schwärmerei aufzieht. Listig überredet er ihn, mit ins Dorf zu kommen und um Marie zu werben.

Blanc überwindet sich, lässt sich von Lak seinen langen Bart abrasieren und versucht im Dorf sein Glück. Währenddessen verliert Lak jedoch nicht sein Ziel aus den Augen: er will Blanc um jeden Preis zum Verkauf seines Landes bewegen. Doch Blanc bekommt Wind von den Plänen seines vermeintlichen Freundes. Er flüchtet sich enttäuscht in die Berge. Lak folgt ihm und sieht ihn auf der Kante einer steilen Felswand sitzen. Die beiden geraten in Streit und stürzen ab. Blanc bricht sich dabei beide Beine. Wird Lak ihn retten, oder sucht er wirklich nur seinen eigenen Vorteil?

"Der Preis der Freundschaft" ist eine rührend-komische Parabel über die Kraft wahrer Freundschaft und die Enttäuschungen, die damit oftmals einhergehen. Blanc und Lak - der eine, ein bekennender Außenseiter, und der andere ein Mensch, der genau dies auf gar keinen Fall sein möchte. Der Film stellt auf bewegende Weise die Annäherung zweier Menschen dar, die unterschiedlicher nicht sein könnten, doch gerade mit Hilfe des Anderen die Chance bekommen, sich besser kennen zu lernen.

Karim Didri realisierte als Regisseur und Autor bereits mehrere Filme, darunter 1995 das Drama "Bey-Bey", für das er in Cannes den Jugendpreis gewann, und 2000 "Cuba feliz". Für seinen letzten Film "Fureur" (2003) gewann er auf dem Filmfestival Verona den Kritikerpreis.

Clovis Cornillac gewann 2005 den César für seine Rolle des Kevin in Laurent Tirards "Mensonges et trahisons et plus si affinités" (2004). Zuletzt war er zu sehen in "Les chevaliers du ciel" (2005).



Simon Abkarian gewann für "To Take a Wife" (2004) den Preis als Bester Darsteller sowohl beim Internationalen Festival der Liebesfilme in Mons, als auch beim Filmfestival in Thessaloniki. Zuletzt war Abkarian in "J'ai vu tuer Ben Barka" (2005) zu sehen.


Der Preis der Freundschaft
(Gris Blanc)
Frankreich 2005, ARTE F, Synchronfassung, Zweikanalton, Erstausstrahlung, 16:9 / 94 Min.
Regie: Karim Dridi, Drehbuch: Karim Dridi, Michel Vaujour, Kamera: Céline Bozon, Claire Mathon, Yvan Schreck, Musik: Jean-François Pauvras, Kostueme: Emmanuelle Pertus, Redaktion: François Sauvagnargues, Schnitt: Lise Beaulieu, Marie Liotard; Ausstattung: Florence Emery; Maske: Mabi Anzalone; Ton: Michel Brethez, Thomas Bourric, Produktion: TOLODA
Mit: Clovis Cornillac (François Blanc), Simon Abkarian (Lak), Serge Riaboukine (Roger), Myriam Boyer (Christine), Agathe Dronne (Marie), Raymond Gil (Octavio), Igor Skreblin (Luis)

Erstellt: 30-11-05
Letzte Änderung: 30-11-05