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17. November 2006 um 20.40 Uhr - 17/11/06

Der Untergang der Pamir (1/2)

Fernsehfilm in zwei Teilen - Teil 2 um 22.10 Uhr


Eines der tragischsten Unglücke in der Geschichte der Seefahrt ereignet sich am 21. September 1957: Das deutsche Segelschulschiff "Pamir" gerät in das Zentrum eines Hurrikans und versinkt nach einem verzweifelten Kampf der Besatzung in den Fluten des Atlantik. Nur sechs Besatzungsmitglieder überleben die Katastrophe.

  • Interview mit Hauptdarsteller Klaus Jürgen Behrendt


Schleswig-Holstein, Sommer 1957. Seit dem Tod seiner Frau lebt der Bootsmann Acki Lüders mit seiner achtjährigen Tochter Julle auf dem Hof der Schwiegermutter - todunglücklich, hoch verschuldet und zerrissen zwischen der Sehnsucht nach dem Leben auf See und dem Verantwortungsgefühl für sein Kind. Acki versucht seine Sorgen wegzutrinken, doch als auch noch der Hof seiner Schwiegermutter verpfändet werden soll, muss er endlich handeln. Als sein alter Freund Ewald, der als Erster Offizier an Bord des Segelschulschiffes Pamir nach Buenos Aires auslaufen wird, ihm Geld vorstreckt, entschließt sich Acki wieder als Bootsmann auf See zu fahren. In Hamburg angekommen, erwartet die beiden Ludwig Lewerenz als Kapitän der Pamir. Acki und Ewald fällt es schwer sich den Befehlen des unerfahrenen Kapitäns zu beugen.

Auch unter den jungen Kadetten verläuft die erste Begegnung nicht ganz unproblematisch. Carl-Friedrich von Krempin, ein Sprössling aus gutem Hause, wird wegen seiner guten Manieren und seiner Leidenschaft fürs Schreiben schnell zum Außenseiter. Als Acki bemerkt, dass Krempin es schwer hat in der Gruppe, wird er zum väterlichen Freund des Jungen. Währenddessen führen die sehr unterschiedlichen Auffassungen über die "richtige" Ausbildung der jungen Kadetten zwischen Acki, Ewald und dem Kapitän immer wieder zu heftigen Streitigkeiten.

Bei der Ankunft in Buenos Aires kann die Pamir wegen eines Streiks der Hafenarbeiter nicht beladen werden. Jeder weitere Tag, den das Schiff nicht auslaufen kann, verursacht der Reederei in Hamburg hohe Kosten. Der Druck auf Kapitän Lewerenz nimmt zu.

Basierend auf dem historischen Ereignis beschreibt Regisseur Kaspar Heidelbach in einem aufwendig produzierten Zweiteiler das Schicksal von 86 Seemännern, die den Untergang der Pamir erleben.

Ein Film, der von Abenteuerlust und Seemannsstolz, aber auch von Pflichtbewusstsein und Verantwortung in der deutschen Nachkriegszeit erzählt und die Katastrophe der Pamir 50 Jahre später wieder ins Gedächtnis ruft.

Regisseur Kaspar Heidelbach, geboren 1954 in Tettnang am Bodensee, studiert Kunstgeschichte und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln. Bekannt wird er durch TV-Filme wie "Leo und Charlotte" (1993). Er arbeitet für die "Lindenstraße" , "Wolffs Revier" (Sat.1) und für viele Folgen der ARD-"Tatort"-Serie. Sein Können stellt er auch im Kino mit "Polski Crash" (1993) und vor allem mit dem erfolgreichen Fernsehfilm "Das Wunder von Lengede" (2003) unter Beweis, für den er 2004 den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis erhält.


Klaus J. Behrendt, Jahrgang 1960, spielt seine erste große TV-Rolle 1988 in der TV-Serie "Rote Erde II". Vorangegangen waren Schauspielunterricht an der Hamburger Schule Hedi Höpfner und ein dreijähriges Bühnen-Engagement am Schauspielhaus Bremen. Behrendt hat in zahlreichen "Tatort"-Folgen der ARD gespielt und unter anderem als Alexander Stein in "A.S." (1995-1998, Regie: Ralph Bohn, Heiner Carow) und erhält 2000 den "Deutschen Fernsehpreis als bester Serien-Darsteller".

Jan Josef Liefers, hier als forscher Erster Offizier, wird 1964 in Dresden geboren. Er besucht die Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin und gibt 1989 sein Kinodebüt in Rainer Simons "Die Besteigung des Chimborazo". Im Jahr 1997 gelingt ihm der große Durchbruch: Nach "Knocking on Heavens Door" und "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief", für den er den Bayerischen Filmpreis erhält, avanciert er zu einem der gefragtesten deutschen Schauspieler.

Herbert Knaup, hier in der Rolle des Kapitän Lewerenz, wird 1956 in Sonthofen geboren. Er spielt in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit, unter anderem in "Lola rennt" (1998, Regie: Tom Tykwer), "Anatomie II" (2003, Regie: Stefan Ruzowitzky) und "Elementarteilchen" (2006, Regie: Oskar Röhler).

Max Riemelt, geboren 1984 in Berlin, ist seit 1997 in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Für die Rolle des "Siggi" in "Der Rote Kakadu" (2006, Regie: Dominik Graf) erhält der Nachwuchsdarsteller 2006 den Bayerischen Filmpreis.

Freitag, 17. November 2006, um 20.40 Uhr (Teil 1) und 22.10 Uhr (Teil 2)
Der Untergang der Pamir
Fernsehfilm, Deutschland 2005, ARTE/NDR
Regie: Kaspar Heidelbach, Drehbuch: Fritz Müller-Scherz, Kamera: Daniel Koppelkamm, Musik: Arno Steffen, Kostueme:
Rigna Bätz, Redaktion: Doris J. Heinze, Jörn Klamroth, Schnitt: Hedy Altschiller, Produktion: Polyphon, Produzent: Matthias Esche
Mit: Klaus J. Behrendt (Acki Lüders), Jan Josef Liefers (Hans Ewald), Herbert Knaup (Ludwig Lewerenz), Max Riemelt (Carl-Friedrich von Krempin), Peter Becker (Bernd Ahlers), Dietmar Bär (Klaus Nissen)


Erstellt: 31-10-06
Letzte Änderung: 17-11-06