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29/04/05

Der Wasserhaushalt des Menschen

Wasser ist lebenswichtig. Das Minimum an Flüssigkeitszufuhr sind zweieinhalb Liter Wasser täglich – gut anderthalb davon in Form von Getränken. Eine ausreichende Trinkmenge weckt ungeahnte Kräfte. Sportärzte, Gesundheitstrainer und sogar Intelligenzforscher fordern es inzwischen: das regelmäßige Glas Wasser.

In der belgischen Stadt Spa sprudeln rund 300 verschiedene Mineralquellen. Bis in die fünfziger Jahre war Spa DER Kurort der europäischen Society. Den Kranken half das Wasser äußerlich und innerlich. Trink- und Thermalkuren in Spa machten nicht nur gesund, sondern auch Spaß. Im Leistungssportzentrum „La Freineuse“ in Spa kann auch heute gar nicht genug getrunken werden. Eine ausgeglichene Wasserbilanz in den Muskelzellen ist die Voraussetzung für einen reibungslosen Energiestoffwechsel. Und nur der bringt die Leistung ! Der Körper muss mit seinem Wasser gut haushalten. Zwei Prozent Flüssigkeitsverlust reichen schon, um einen Sportler auszubremsen. Wichtig ist es, zu trinken bevor man Durst hat. Wenn man Durst hat, hat die sportliche Leistung schon zu stark nachgelassen.

Sportliches Training erhöht den Flüssigkeitsbedarf
Anstelle von anderthalb Litern benötigt der Körper bei sportlicher Betätigung schnell drei bis vier Liter. Denn der Körper verliert Flüssigkeit, um sich zu kühlen – durch Schweiß. Ein ausgetrockneter - also dehydrierter – Körper ist anfälliger für Muskelkater und Muskelzerrungen. Die individuell benötigte Trinkmenge lässt sich leicht ausrechnen. In der modernen Sportmedizin geschieht das mit einem sogenannten Hydratationstest. Am Institut für Sporternährung in Bad Nauheim werden diese Tests durchgeführt. Der Sportler merkt sich, wie viel er wiegt und wie viel er während der sportlichen Aktivität getrunken hat und zählt beides zusammen. Nach dem Sport wiegt er sich noch mal. Das Gewicht vor dem Sport plus die Trinkmenge abzüglich dem Körpergewicht nach dem Sport ergibt die Menge, die durch sportliche Aktivität ausgeschwitzt und durch Flüssigkeit ersetzt werden muss.

Was sollte ein Sportler trinken ?
Mineralwasser enthält die wichtigsten Stoffe, die mit dem Schweiß ausgeschieden werden: Natrium - also Kochsalz - Calzium und Magnesium. Idealerweise beträgt das Verhältnis Calzium – Magnesium zwei zu eins.
Natürlich sollte der Freizeitsportler auch darauf achten, dass ihm sein Getränk schmeckt und neue Energie bringt. Das können gute Apfelsaftschorlen sein, aber auch isotonische Getränke, wenn sie aus Mineralwasser hergestellt werden und das Mineralstoff Natrium sowie eine ausreichende Kohlehydratmenge aufweisen.
Natürliches Mineralwasser muss europaweit hohen Ansprüchen genügen und nicht nur bestimmten Grenzwerten entsprechen wie normales Leitungswasser. Es darf im Gegensatz zu Leitungswasser nicht verändert werden, seine Quelle muss immer von gleichbleibender Zusammensetzung und Qualität sein. Die individuelle Zusammensetzung des Mineraliengehaltes ist die "Visitenkarte" eines Mineralwassers.

Wassertrinken unterstützt fast jeden Gesundungsprozess
In den Dr. Köhler-Parkkliniken im sächsischen Bad Elster setzen die Ärzte bei der Behandlung von chronischen Krankheiten auf Naturheilverfahren und auf ein besseres Körperwissen der Patienten. Dazu gehört auch der Wasserhaushalt des Menschen. Wasser bringt Nährstoffe an jede Zelle des Körpers und transportiert unbrauchbare Endprodukte des Stoffwechsels wieder ab. Die Nieren sind die Hauptausscheidungsorgane des Körpers. Sie funktionieren am besten mit viel Flüssigkeit. Das Wasser wird über die einzelnen Nierenkörperchen gefiltert, über den Harnleiter zur Harnblase abgeführt und dort als Urin ausgeschieden. Um die Niere gut zu durchspülen, sollten man etwa zwei Liter Flüssigkeit täglich trinken. Kaffee, aber auch Tee und Alkohol führen dem Körper kaum Flüssigkeit zu. Im Gegenteil: gerade bei Menschen, die nicht daran gewöhnt sind, wirken diese Getränke entwässernd. Das Defizit muss ersetzt werden.

Viele chronisch Kranke profitieren von einer größeren Trinkmenge. Leider kann auch die Flüssigkeitszufuhr keinen Migräneanfall lindern. Doch Ärzte sind der Meinung : Durch vorbeugendes Trinken lassen sich möglicherweise bei manchen Patienten Spannungskopfschmerzen verhindern, die sonst zu einem Anfall führen könnten. Je weniger Wasser ins Blut gelangt, desto dickflüssiger wird es. Das Gehirn wird schlechter durchblutet, reagiert mit Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Gelangt ausreichend Wasser ins Blut, stärkt dies den Kreislauf. Eine Erleichterung bei Kopfschmerzen, aber auch vielen anderen chronischen Erkrankungen, z.B. Diabetes, chronischen Gelenkerkrankungen, Nieren- und Blasenerkrankungen.

Flüssigkeitsverluste beeinflussen auch die geistige Leistung
Wissenschaftler aus Bad Nauheim und Erlangen wollen herausfinden, ob Flüssigkeitsverluste auch die geistige Leistung beeinträchtigen können. Ihre Probanden schwitzen 45 Minuten bei 90 Grad – und verlieren in der Sauna durchschnittlich einen Liter Körperwasser. Exakte Gewichtsmessungen und eine Messung des Körperwiderstandes dokumentieren diese „provozierte Dehydration“. Schon vor dem Saunagang hatten die jungen Männer diverse Rechen- und Gedächtnistests absolviert. Nach dem Saunagang werden die Tests wiederholt. Damit soll ihr Durchhaltevermögen und die Konzentration überprüft werden. Vor der Dehydration waren die Ergebnisse normal. Danach sieht es ganz anders aus: Die Informations-Verarbeitungsgeschwindigkeit sank durch die Dehydration deutlich ab, die Probanden konnten sich zudem nicht mehr so viel kurzfristig merken. Tests am nächsten Tag zeigen: auch 24 Stunden nach der Dehydration sind die Auswirkungen immer noch spürbar. Die Leistungen bleiben mäßig.

Einen weiteren Test macht eine 5. Klasse der Kurt-Schumacher-Schule im hessischen Karben zusammen mit den Forschern. Sechs Wochen trinken die Schüler vormittags Wasser. Der Test wurde von den Fünftklässlern positiv aufgenommen. Die meisten Schüler fühlen sich besser und haben mehr Spaß am Lernen. Die Trinkforscher aus Bad Nauheim und Erlangen sind überzeugt – Vieltrinker lernen leichter. Udenken tut not – für alle Trinkmuffel, denn Flüssigkeit ist wichtig für den Körper. Dieses Glas Wasser macht gesund und fit. Und vielleicht sogar ein wenig schlauer. ...................................................................................................................
HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 03. Mai 2005 um 14.45
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 29-04-05
Letzte Änderung: 29-04-05