Der amerikanische FreundSpielfilm, Frankreich / Deutschland 1977, ARD, Synchronfassung, 120 Min.
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Patricia Highsmith, Wim Wenders
Kamera: Robby Müller
Musik: Jürgen Knieper
Schnitt: Peter Przygodda, Barbara von Weitershausen
Produktion: Filmverlag der Autoren
Produzent: Renée Gundelach, Margaret Ménégoz
Mit: Dennis Hopper (Tom Ripley), Bruno Ganz (Jonathan Zimmermann), Lisa Kreuzer (Marianne Zimmermann), Gérard Blain (Raoul Minot), Nicholas Ray (Derwatt), Samuel Fuller (amerikanischer Gangster), Peter Lilienthal (Marcangelo), Daniel Schmid (Igraham), Jean Eustache (freundlicher Mann), Rudolf Schündler (Gantner), Sandy Withelaw (Ärztin in Paris), Lou Castel (Rodolphe), Ismael Alonso (Ignatius), David Blue (Allan Winter), Andreas Dedecke (Daniel)
- Synopsis
Jonathan Zimmermann ist ein ruhiger, glücklich verheirateter Mittdreißiger der in seiner Werkstatt am Hamburger Hafen Bilderrahmen herstellt. Allerdings leidet er an einer schweren, bisher nicht diagnostizierten Krankheit. Eines Tages taucht der Franzose Raoul Minot in Jonathans Laden auf und macht ihm ein unglaubliches Angebot: Für eine Viertelmillion soll er in Paris einen Mafia-Killer umbringen. Jonathan ist schockiert: Wer hat Minot von seiner Krankheit erzählt? Steckt der mysteriöse Amerikaner Tom Ripley dahinter, der sich ebenfalls für Jonathan zu interessieren scheint? Um seiner Frau und seinem Sohn etwas vererben zu können, nimmt Jonathan trotz aller Skrupel das Angebot an. Als Minot ihn in Paris zu einem bekannten Arzt schickt, erfährt Jonathan, dass er Leukämie hat. Nachdem er den Auftrag des Franzosen ausgeführt hat, kehrt er nach Hamburg zurück, wo ihn seine misstrauische Ehefrau empfängt - und Minot, der bereits einen zweiten, noch riskanteren Mordauftrag für Jonathan hat. Im Express-Zug nach München soll er einen weiteren amerikanischen Mafioso töten. Jonathan sagt zu, überlebt die gefährliche Reise aber nur, weil ihm plötzlich Tom Ripley zu Hilfe kommt. Doch kurz darauf ist dieser auf Jonathans Unterstützung angewiesen: Minots Syndikat hält Ripley für einen Verräter. Jonathans Freundschaft mit dem Amerikaner verwandelt sich in einen todbringenden Pakt.
- Zum Film
Der Film, der auf einem Roman der Krimiautorin Patricia Highsmith basiert, erzählt die Geschichte eines Durchschnittsbürgers, der - verunsichert durch eine tödliche Krankheit und verführt vom großen Geld - in mörderische Intrigen gerät. Mit großer handwerklicher Sorgfalt entwirft Wenders in suggestiven Bildern das faszinierende Psychogramm subjektiver Wirklichkeitserfahrung und die Tragödie eines Verbrechens. Neben der Kriminalgeschichte ist Der amerikanische Freund zugleich ein Road-Movie, das seine Figuren auf eine aufreibende Reise durch die urbanen Labyrinthe der Weltstädte Hamburg, Paris und New York führt. Intelligent gesetzte Schnitte sorgen dafür, dass die verschiedenen Metropolen zu einer einzigen Schreckenslandschaft verschmelzen.
Gespickt mit filmischen Zitaten ist Der amerikanische Freund eine Hommage an die Größen der Filmwelt. Seine Montagetechnik, die Nutzung der Rückprojektionstechnik und Jürgen Kniepers Musikkomposition machen den Einfluss der Filme Alfred Hitchcocks auf diesen Thriller deutlich. Eine besondere Pointe gelang Wenders, indem er die Gangsterrollen fast durchgängig mit Regisseuren besetzte, aus deren Werken er zitiert, darunter Nicholas Ray, Sam Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Jean Eustache und Lou Castel. Für die Hauptrollen konnte Wenders mit Bruno Ganz und Dennis Hopper zwei sehr unterschiedliche Schauspieler gewinnen, deren gegensätzlicher Darstellungsstil eine weitere Besonderheit des Films ausmacht.
Bruno Ganz gehört zur Riege der Schauspieler, mit denen Wenders mehrmals zusammenarbeitete, so auch in Der Himmel über Berlin (1987) und In weiter Ferne so nah (1993). Zuletzt erregte er durch seine eindrucksvolle Darstellung des Adolf Hitler in Oliver Hirschbiegels aufwändig inszeniertem Drama "Der Untergang" (2004) Aufmerksamkeit. Dennis Hopper, einer der ganz großen amerikanischen Schauspieler, ist bekannt für seine Wahl außergewöhnlicher Projekte, wie etwa Easy Rider (1969) oder Apocalypse Now (1979), die sich vom typischen Hollywoodkino abgrenzen. Wim Wenders gelang mit Der amerikanische Freund der internationale Durchbruch. Sein Film wurde 1978 in den Sektionen Regie und Schnitt mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.
ARTE zeigt Der amerikanische Freund als dritten Teil eines Filmzyklus zu Ehren von Wim Wenders, der am 14. August 2005 seinen 60. Geburtstag feiert. Mit Im Lauf der Zeit wird der Zyklus am 24. August 2005 um 23.00 Uhr fortgesetzt. Den letzten Teil der Reihe bildet am 31. August 2005 um 23.00 Uhr Der Stand der Dinge.






per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

