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DVD-News - 27/06/07

Der freie Wille

Ein Film von Matthias Glasner


Kritik: Schon nach wenigen Minuten des Interviews mit Regisseur Matthias Glasner wird klar, dass man es bei DER FREIE WILLE mit einem Filmprojekt zu tun hat, das auch in seiner Entstehungsphase viel mit dem „freien Willen“ zu tun hatte. Jürgen Vogel und Matthias Glasner sind beide privat gut befreundet und betreiben eine gemeinsame Filmproduktionsfirma, die Schwarzweissfilmproduktion. Einen „zarten Film über den Terror“ habe er drehen wollen, sagt Glasner, und die Zusammenarbeit zwischen ihm und Jürgen Vogel sei sehr eng gewesen. „Es war nicht wie ein Regisseur und ein Schauspieler, sondern wie zwei Menschen, die sich vorgenommen haben: Wir geben alles, was wir haben, um niemandem was vorzumachen.“
 
Diese Energie, diesen Kraftaufwand merkt man dem fertigen Film an. Die beiden haben wirklich alles gegeben. „Wie weit kann man gehen, ohne dass der Zuschauer dicht macht?“ war dabei eine der zentralen Fragen. Drei Vergewaltigungen, die im Film zu sehen sind, sind dabei schon eine ganze Menge. Im langen Interview erzählt Glasner, worauf es ihm ankam. Glasner führte auch selbst die Kamera. Dadurch gelingt ihm eine noch größere Nähe zu den Protagonisten und der Geschichte. Eine bisweilen geradezu beklemmende Nähe wie er selbst gesteht.
 
Das Ende selbst war Glasner lange nicht schlüssig. Er entschied sich für eine brutale Variante  und Sabine Timoteo protestierte lautstark dagegen und weigerte sich, sich darauf einzulassen. Es wurde dennoch so gedreht, und Glasner hatte viel auszuhalten und musste seine Darsteller in emotional schwierigen Situationen auffangen, wie man auch aus dem Interview mit Sabine Timoteo erfährt.
 
Bei den Extras sind ein knappes Dutzend geschnittene Szenen zu sehen, mit einem optional abrufbaren Audiokommentar von Matthias Glasner. Da gibt es etwa den ersten Kuss zwischen Theo und Nettie, und eine Alternativszene zum fertigen Film, in der sich die beiden zum ersten Mal begegnen.
 
Ausführliche Filmografien von Matthias Glasner, Jürgen Vogel und Sabine Timoteo gibt es außerdem und Produktions- und Szenenfotos, auf denen man sehen kann, wie klein das hoch motivierte Team war, das den knapp dreistündigen Film geschaffen hat. Sicher, drei Stunden sind eine lange Zeit, doch Glasner gibt zu, dass seine erste „richtige“ Schnittfassung gut fünf Stunden lang war und für ihn bereits keine überflüssigen Szenen mehr enthielt.
 

Nana A.T. Rebhan


 
Extras
- Interview mit Matthias Glasner, Jürgen Vogel, Sabine Timoteo
- Geschnittene Szenen (mit Audiokommentar von Matthias Glasner)
- Filmografien
- Szenenfotos

Erstellt: 23-04-07
Letzte Änderung: 27-06-07