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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 17. Juli 2008 - 16/07/08

Der große Japaner - Dainipponjin

Ein Film von Hitoshi Matsumoto


Der dröge Alltag eines japanischen Superhelden

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Japan 2007, 113 Min.
Mit Hitoshi Matsumoto, Riki Takeuchi, Ryunosuke Kamiki

Synopsis: Daisato ist ein japanischer Superheld in sechster Generation. Doch sein Alltag sieht ganz anders aus, als man dies vielleicht vermuten könnte. In einer winzigen Wohnung ist er stets im Bereitschaftsdienst, seine Frau ist mit der gemeinsamen Tochter ausgezogen, und eine streunende Katze kommt ihn ab und an besuchen. Doch wenn er gegen Monster kämpft, dann wird er riesengroß und stark und beschützt Japan vor den bösen Ungetieren.

Kritik: Der japanische Komiker Hitoshi Matsumoto ist in seinem Heimatland Japan genauso bekannt wie Takeshi Kitano. In seinem ersten Film, für den er das Buch geschrieben und Regie geführt hat, spielt er gleich auch noch die Hauptrolle. Fünf Jahre lang hat er an DER GROSSE JAPANER - DAINIPPONJIN gebastelt und das Ergebnis ist sensationell originell. Völlig lethargisch wandelt Daisato durch den Tag, der keine großen Überraschungen für ihn bereithält. Ein Kamerateam, das niemals zu sehen ist, begleitet ihn bei seinen täglichen Verrichtungen - eine geschickte Idee, Daisatos Alltag als Mockumentary zu filmen, mit wackliger Handkamera und einem Mikro, das ab und an ins Bild gerät.

Mitten in einem Gespräch mit seiner lustlosen Agentin, die sich über fehlende Werbeeinnahmen und schlechte TV-Sendezeiten beklagt, klingelt sein Bereitschaftstelefon und er wird zu einem sofortigen Supermann-Einsatz gerufen. Das Filmteam begleitet ihn selbstverständlich. Daisato steuert das nächstgelegene Elektrizitätswerk an, die Straße dorthin ist gesäumt von Transparenten der Bevölkerung, die über Stromverschwendung durch den Superhelden klagen. Was damit gemeint ist, erfährt der Zuschauer kurz darauf. Daisato lässt sich ans Stromnetz anschließen und wird aufgepumpt, bis er in seine übergroße lila Unterhose passt. Bewusst billig produzierte Computeranimationen zeigen den Kampf gegen Monster wie etwa die stinkende Riesenkrake, den starrenden Zyklopen, einbeinige Hüpfmonster oder rote Teufel.

DER GROSSE JAPANER zitiert in seinen Kampfszenen Godzilla- und Superheldenfilme der 50er Jahre. Er ist eine gelungene und bisweilen sehr unterhaltsame Parodie mit phantasievollen Monstern. Da gibt es etwa den Zyklopen, der sein Auge wie an einem Lasso auswerfen kann, ein Art Gummipuppenmonster, das mit seinen langen schlaksigen Armen die Hochhäuser umarmt und ausrupft. Dieses Monster ist völlig glatt bis auf eine dunkle Haarsträhne, die ihm immer wieder ins Gesicht fällt, und die es immer wieder wegschleudert, indem es seinen Kopf nach hinten wirft.

Der Film plätschert vor sich hin. Er besteht aus langen - bisweilen auch etwas langatmigen Interviews mit dem faulen, etwas desinteressierten und leicht depressiven Superhelden, der die meiste Zeit wie ein etwas heruntergekommener ganz normaler Bürger aussieht, mit seinen langen strähnigen Haaren und der schief aufgesetzten Mütze. Daisatos Tage sind gezählt. Sein Sendeplatz als Superheld liegt ganz unspektakulär weit nach Mitternacht. Ganz bewusst inszeniert Hitoshi Matsumoto seinen Film lakonisch und unspektakulär. Die letzten 20 Minuten verdichten sich auf ein völlig skurriles und wirres Finale, in dem "Der große Japaner" in einer Kinder-Fernsehshow mit amerikanischen lebensgroßen Power-Ranger-Figuren gegen böse Plüschfiguren kämpft. Wunderbar.

Wie auch Kitanos neuer Film GLORY TO THE FILMMAKER - KANTOKU BANZAI! lief DER GROSSE JAPANER 2007 in Cannes auf dem Filmfestival, und die beiden japanischen Top-Komiker lieferten sich ein Gefecht, bei dem DER GROSSE JAPANER klar gewonnen hat. Wer wirklich schräge Filme zu schätzen weiß, der ist hier genau richtig, alle anderen seien ausdrücklich vorgewarnt.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 15-07-08
Letzte Änderung: 16-07-08