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Kino auf ARTE - 16/11/11

Der große Japaner

(Dainipponjin)
Spielfilm, Japan 2007, ZDF
Regie: Hitoshi Matsumoto; Buch: Hitoshi Matsumoto, Mitsuyoshi Takasu; Kamera: Hideo Yamamoto; Schnitt: Soichi Ueno; Musik: Towa Tei; Produzent: Akihiko Okamoto; Produktion: Yoshimoto Kogyo Company, RealProduct
Mit: Hitoshi Matsumoto - (Masaru Daisatô), Riki Takeuchi - (Springmonster), Ryûnosuke Kamiki - (Kindermonster), Tomoji Hasegawa - (Interviewer), UA - (Managerin Kobori), Haruka Unabara - (Schlingenmonster)

Ein privat gescheiterter japanischer Superheld - der mittels Starkstrombehandlung für ein paar Stunden zu einem hochhausgroßen Riesen mutieren kann - kämpft gegen einbeinige Hüpfmonster, stinkende Riesenkraken und Augen werfende Zyklopen. Doch sein eigentliches Problem sind seine sinkenden Fernsehquoten und sein damit verbundenes schwindendes Selbstwertgefühl.



Dass ein Kamerateam dem unscheinbaren Daisatô überallhin folgt, überrascht doch etwas: Schließlich ist er doch nur ein eher gewöhnlicher Japaner mit Eheproblemen, einem Faible für kleine Dinge, die unvermittelt groß werden und anscheinend sehr wütenden Nachbarn - zahlreiche kaputte Fenster an seinem Haus zeugen davon. Grund des Zorns ist, dass Daisatô regelmäßig für zerstörte Wohnviertel, Stromausfälle und das schlimmste Verkehrschaos sorgt. Denn Daisatô ist ein traditioneller japanischer Superheld und das schon in der sechsten Generation.
Sobald irgendwo zwischen den Hochhäusern Japans ein Monster auftaucht, erhält er einen Anruf, setzt sich auf sein Moped und fährt zum örtlichen Elektrizitätswerk, wo er mittels Starkstrom zum knüppelbewehrten Riesen mutiert. Doch statt Dankbarkeit hagelt es Proteste, sobald Daisatô in seiner traditionellen Gaststube wieder auf normale Größe geschrumpft ist. Völlig egal scheint, dass er Japan vor stinkenden Riesenkraken, einbeinigen Hüpfmonstern und Augen werfenden Zyklopen bewahrt - die Einschaltquoten seiner live übertragenen Kämpfe sind das Einzige, was zählt.
So muss der leidgeprüfte Beschützer Japans seine empfindlichsten Körperstellen als Werbebanner vermieten und - die ultimative Demütigung - sich letztlich von amerikanischen Superheldenkollegen zeigen lassen, wie man die Welt "richtig" rettet.

Der Regisseur von "Der große Japaner", Hitoshi Matsumoto, ist neben Takeshi Kitano einer der beliebtesten Komiker Japans. "Der große Japaner" war sein Kinospielfilmdebüt, das nach seiner Premiere beim Filmfestival in Cannes zum Rekordkassenschlager des japanischen Kinosommers 2007 wurde. Für ein westliches Publikum erstaunt dieser Brückenschlag zwischen Kunst und Kommerz umso mehr, als "Der große Japaner" mit einigen der skurrilsten Einfälle aufwartet, die das zeitgenössische Kino zu bieten hat: Neben den äußerst bizarren Monstern sind dies vor allem die "Mockumentary" Form des Films und die staubtrockene Darstellung der Hauptfigur, verkörpert vom Regisseur selbst. Auf satirische Weise gibt "Der große Japaner" Einblick in den Alltag eines Superhelden und beantwortet dabei zahlreiche weltbewegende Fragen: Wachsen die Unterhosen von zu Riesen mutierten Helden eigentlich mit, oder bedarf es zwei verschiedener Größen?

Der große Japaner
Samstag 26. November 2011 um 01.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(Japan, 2007, 104mn)
ZDF

Erstellt: 16-11-11
Letzte Änderung: 16-11-11