Troia und Homer, „die alten Griechen“ überhaupt, sie spielen für das europäische Selbstverständnis eine eminente Rolle. Der unternehmungslustige Schriftsteller und Literaturwissenschafter Raoul Schrott, dessen neue „Ilias“-Übertragung gerade erschienen ist, hat unlängst für viel Furore gesorgt, mit seiner These, Homer sei ein assyrischer Schreiber in Kilikien gewesen, im Süden der heutigen Türkei, und auch Troia habe sich dort befunden - im „Orient“ also. Seit Raoul Schrott das behauptet, läuft die wissenschaftliche Gemeinde der klassischen Altertumsforscher Sturm.
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Denn Raoul Schrott erschüttert die Grundfesten der Wissenschaft. Seit Generationen graben deutsche Archäologen umsonst im historischen Troia nach Belegen für den Bezug zu Homer. Raoul Schrott glaubt, sie 1.000 km weiter südöstlich, im bisher archäologisch weniger erforschten Kilikien gefunden zu haben. In der alten Trutzburg von Karatepe sieht Schrott die Burg, die Homer vor Augen gestanden haben muss, als er Troia schilderte. Metropolis hat Raoul Schrott nach Karatepe in Kilikien begleitet und auch die große Homer-Ausstellung in Basel besucht, kuratiert von Joachim Latacz, der einer der weltweit führenden Homer-Experten ist und zugleich der größte Kritiker von Schrotts These.
Ausstellung: Homer - Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst
noch bis 17. August 2008:Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwigab 14. September 2008 bis 18. Januar 2009:Reiss-Engelhorn-Museen MannheimMuseum Zeughaus C5

Buch-Tipps„Homers Heimat. Der Kampf um Troia und seine realen Hintergründe“ Raoul Schrott
Verlag: Hanser, März 2008.
„Ilias“Raoul Schrott
Verlag: Hanser, August 2008.
„Troia und Homer: Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels“Joachim Latacz
Verlag: Koehler & Amelang, April 2005
Internet
Kurzbio und Bücher von Raoul SchrottInformationen zu Kilikien