Ein Film von Cristina Comencini
Synopsis: Die heilige Erstkommunion der kleinen Chiara ist Anlass für die ganze Familie, auf dem geräumigen Anwesen der Großmutter Irene zusammenzukommen. Doch der Tag, der für Chiara der „schönste Tag in ihrem Leben“ werden soll, ist gleichzeitig auch Anlass für die einzelnen Familienmitglieder, ihre individuellen Lebenslügen auf den Tisch zu bringen. So ist das seltene Familienfest nicht nur Grund zur Freude sondern gleichzeitig auch die Stunde der Wahrheit.
Kritik: Die italienische Regisseurin Cristina Comencini – die mittlerweile 50-jährige Tochter des bekannten Regisseurs Luigi Comencini - erzählt erneut eine Familiengeschichte. Seit nunmehr 20 Jahren steht in ihren Filmen (u.a. MATRIMONI oder der Susanna Tamaro- Verfilmung VA DOVE TI PORTA IL CUORE) und in ihren Romanen (u.a. PASSIONE DI FAMIGLIA) die Familie im Zentrum ihrer Betrachtungen. Ganz besonders sind es die Frauenfiguren, die es ihr angetan haben. Im Mittelpunkt ihres neuen Films DER SCHÖNSTE TAG IN MEINEM LEBEN steht Irene, um die sich der bunte Familienreigen rankt, die ‚la famiglia’ zusammen hält. Ganz hervorragend wird sie dargestellt von der Grande Dame des italienischen Kinos, Virna Lisi - die auch als Großmutter noch jugendlich wirkt. Zusammen mit Margherita Buy, Sandra Ceccarelli – die ihre beiden Töchter Sara und Rita spielen - hat Virna Lisa den Preis der italienischen Filmkritik als beste Schauspielerin erhalten.
Erzählt wird die Familienkomödie mit viel Sinn für Situationskomik aus der Sicht der neunjährigen Chiara, die kurz vor ihrer Erstkommunion steht. Sie malt ein Bild für Gott und wünscht sich dabei inständig, dass die Wahrheit in ihrer Familie ans Licht kommen möge, auf dass es allen besser gehe. Dass ihr Wunsch sogleich in Erfüllung gerät, und daraufhin die sorgsam austarierte Balance der Familie arg ins Schleudern gerät – damit hätte sie nicht gerechnet. Das wollte sie doch nicht. Gerne hätte sie da ihren Wunsch wieder zurückgezogen, doch nun ist es bereits zu spät: Gewünscht ist gewünscht, so ist das auch im Märchen.
So gibt der erfolgreiche Sohn Claudio – der in die Fußstapfen des Vaters getreten ist und Anwalt wurde – zu, dass er schwul ist, die eine Tochter gesteht eine Affäre und die andere eine Abtreibung. Trotz all dieser Turbulenzen gelingt es dem Film, eine Leichtigkeit zu behalten, die den Zuschauer das warmherzig- ironische Familienporträt dreier Generationen entspannt genießen lässt.
Nana A.T. Rebhan
Italien 2002, 102 Minuten
Regie: Cristina Comencini
Mit Virna Lisi, Margherita Buy, Sandra Ceccarelli, Luigi Lo Cascio, Jean-Hughes Anglade, Ricky Tognazzi