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Cannes 2008

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Cannes 2008

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Cannes 2008

19.05 um 21.00 Uhr auf ARTE - 29/08/08

Der unauffällige Mr. Crane

Ein Film von Joel Coen & Ethan Coen






Regie: Joel & Ethan Coen
"The Man Who Wasn't There"
(USA, 2000, 116 min.)
mit: Billy Bob Thornton, Frances McDormand, Kames Gandolfini

Beste Regie: Cannes 2001




Synopsis: Eine amerikanische Kleinstadt in den 40er-Jahren. Ein unbescholtener Barbier wird in ein grausames Verbrechen verwickelt.

Kritik: In "The Man Who Wasn't There" beziehen sich die beiden kongenialen Coen-Brüder auf die Welt von James M. Cain. Der amerikanische Pulp Fiction-Schreiber zeichnet für diverse 40er-Jahre-Klassiker verantwortlich, u.a. für Billy Wilders "Double Indemnity" (1944), Michael Curtiz "Mildred Pierce" (1945) und Tay Garnetts "The Postman Always Rings Twice - Wenn der Postmann zweimal klingelt".
"The Man Who Wasn't There" spielt in einer amerikanischen Kleinstadt der 40er-Jahre, und selbstverständlich ist der Film in schönstem Schwarz/Weiß gedreht. Der typische James M. Cain-Antiheld ist der Barbier Ed Crane (Billy Bob Thornton), der aber eigentlich kein Barbier sein will. Er nutzt die Gelegenheit, den Liebhaber seiner Frau (Frances McDormand) - einen Geschäftsmann - mit seinem Wissen über die Affäre anonym zu erpressen. Ed Crane ist ein typischer Film-Noir-Held, ein Mann der nicht viel spricht. Die eigentliche Geschichte wird durch den Off-Text erzählt.

Die Idee zu "The Man Who Wasn't There" hatten die Coen-Brüder aber nicht, weil sie von einem Buch von James M. Cain inspiriert wurden. Bei Dreharbeiten zu "The Hudsucker Proxy' (1994) gelangten sie in einen Barbiershop, in dem ein Plakat über die Haarmode der 40er-Jahre hing. Dieses Poster inspirierte die Brüder nachhaltig und brachte ihren neuesten Film auf den Weg.
Dass die Rolle von Doris Crane Joel Coens Frau Frances Mc Dormand spielen sollte, war von Anfang an klar, die Brüder haben sie extra für sie geschrieben. Zum ersten Mal seit "Fargo" - in der sie die Rolle der schwangeren Polizistin Marge Gunderson spielte, für die sie mit einem Academy Award ausgezeichnet wurde - arbeitet sie wieder mit Joel und Ethan Coen zusammen. Der ebenfalls mit einem Academy Award ausgezeichnete Billy Bob Thornton (für seine Rolle in "Sling Blade", bei dem er gleichzeitig Regie führte) spielt Ed Crane. Für Ed Crane musste er um Jahre altern; und er hat viel bei 40er-Jahre Stars wie Humphrey Bogart und Frank Sinatra gelernt.

"The Man Who Wasn't There" ist ein weiteres extrem gelungenes Experiment der Coen-Brüder, die es immer noch schaffen, mit jedem neuen Film spielerisch zu überraschen. Wie selten und angenehm es ist, dass die beiden immer wieder neue Genres beschreiten, denen sie sich stilistisch höchst gekonnt anpassen, und es ihnen gleichzeitig gelingt, ihre Originalität miteinzubauen: Ed Cranes Off-Stimme erzählt, wie er seine Frau Doris kennengelernt hat; unterbricht dann knapp zehn Minuten, um den Mord an dem Geliebten seiner Frau zu zeigen, um danach mit Ed Crane nach Hause zurückzukehren, um die Kennenlerngeschichte - als sei nichts gewesen - zu beenden. Wunderbar surrealistisch bleibt auch das immer wiederkehrende Ufo-Motiv, das sich durch den ganzen Film zieht: in der Erzählung von der Witwe des Geliebten, beim Autounfall und als trostspendende Erscheinung in der Todeszelle, in der sich Ed Crane schließlich wiederfindet. Neugierig bleibt abzuwarten, was sich die Brüder als nächstes für einen Stoff suchen werden. Aber dass dabei wieder kleine spacige Sachen durchs Bild taumeln werden, soviel ist schon einmal sicher.

Nana A.T. Rebhan
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Der unauffällige Mr. Crane
Regie: Joel & Ethan Coen
"The Man Who Wasn't There"
(USA, 2000, 116 min.)
mit: Billy Bob Thornton, Frances McDormand, Kames Gandolfini
Beste Regie: Cannes 2001
19.05 um 21.00 Uhr auf ARTE
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Erstellt: 09-05-08
Letzte Änderung: 29-08-08