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DVD-News - 28/01/06

Der unsichtbare Dritte

Ein Film von Alfred Hitchcock


SZ-Edition N° 25

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Darsteller: Cary Grant, Eva Maria Saint, James Mason u.a.
USA, 1959, 131’

Synopsis: Ahnungslos gerät der New Yorker Werbefachmann Roger Thornhill ins Visier eines feindlichen Spionagerings. Weil er irrtümlich für einen amerikanischen Agenten gehalten wird, wird er entführt. Als er die in seinem Kopf vermuteten Geheimnisse nicht gestehen will und kann, soll er liquidiert werden. Doch eine Polizeistreife rettet ihm zufällig das Leben. Vergeblich versucht Thornhill, seinem Umfeld begreiflich zu machen, was ihm widerfahren ist. Die Killer verfolgen ihn weiter. Dann wird Thornhill auch noch als Mörder gejagt.

Der Film: Mit North By Northwest, so der amerikanische Originaltitel seines rasanten, unvergesslichen Meisterwerks, schuf Alfred Hitchcock gleich mehrere Präzedenzfälle im Hollywood-Kino. Nicht nur war dies die Geburtsstunde des modernen Agententhrillers – drei Jahre später sollte mit „Dr. No“ die James-Bond-Reihe starten - , es gelang ihm auch, aufgrund zahlreicher dramaturgischer Wendungen, grandioser Schauplätze, der ebenso spannenden, wie humoristischen und auch erotischen Aufladung seiner Handlung gleich eine so hohe Messlatte an das neu erfundene Genre zu legen, dass der Film auch heute noch Inspirationsquelle für zahllose Regisseure der Gegenwart ist.

Suspense wusste Hitchcock besonders mit seinen unvergessenen Verfolgungsszenen zu schaffen. Einmal wird Cary Grant mit dem Flugzeug gejagt und die Filmminute, die es braucht, bis Grant/Thornhill merkt, dass kein harmloser Doppeldecker über ihm kreist, sondern sich gerade ein mörderischer Anschlag über ihm zusammenbraut, ist mit die Angst Einflößendste und am raffiniertesten Gefilmte, die je ein Thriller zu bieten hatte. Unvergessen ist natürlich auch der Showdown auf Mount Rushmore zwischen den aus dem Fels gehauenen Präsidentenköpfen, eine Szene die 1:1 im Studio nachgebaut werden musste.

Cary Grant konnte aber auch noch auf anderem Gebiet glänzen. In Hitchocks pefekt getimten Dialogen brilliert er als ironisch-erotischer Charmeur. Dessen zahlreich versteckte erotisch-psychologischen Anspielungen schlugen der strengen Zensur schelmisch ein Schnippchen (ob beim Tête-à-Tête im Speisewagen oder in der Höhle des Löwen, der Agentenvilla). Dazu erweist sich der Altmeister als ein brillanter Beobachter noch so kleiner Nebensächlichkeiten, die seinen Film in jeder Einstellung auch nach wiederholter Betrachtung zu einer filmischen Delikatesse machen.

Martin Rosefeldt

Erstellt: 28-01-06
Letzte Änderung: 28-01-06