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Früher dauerte die Phase, bis ein Universitätsabsolvent im Berufsleben ankam rund zwei Jahre, heute ist diese Zeit auf 5 bis 10 Jahre angestiegen. Trotz guter Ausbildung gibt es für die meisten Angehörigen der "1000-Euro-Generation" statt einer festen Arbeitsstelle zunächst nur Praktika: Früher Auszubildende, werden Praktikanten heute von vielen Firmen hemmungslos als reguläre – und unbezahlte- Arbeitsplätze ausgebeutet. Später reiht sich ein "Projektvertrag" an den nächsten, chronischer Geldmangel, fehlende Zukunftsperspektiven und Frust sind die Folge. Auch ein Begriff wie Freizeit hat keinen Inhalt mehr. Wer überhaupt eine Chance in dieser Arbeitswelt haben möchte, ist 24 Stunden in Bereitschaft, immer in Bewegung.
Zeitarbeiter, die über Jahre mit Projektverträgen abgespeist werden, gibt es in praktisch jeder Branche. Auch die Buchautoren Alessandro Rimassa und Antonio Incorvaia haben studiert und die zermürbende Knochentour mitgemacht, bis sie endlich ihr eigenes Geld verdienten. Aus ihrer jahrelangen Jobsuche ist ein Buch entstanden, das das Lebensgefühl der jungen Italiener widergibt und mittlerweile auch ins Niederländische, Englische und Deutsche übersetzt wurde.
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Welche Gründe auch immer in den verschiedenen Ländern dafür genannt werden - Wirtschaftskrise, schlechte Schulbildung, fehlende Schlüsselqualifikationen, allgemeine Reformunfähigkeit, Verteilungsprobleme zwischen den Generationen - ganz Europa verweigert der Jugend ihren Platz in der Gesellschaft, und nur wenige Politiker sind bereit, sich ihrer Sache anzunehmen.
Eine der Folgen ist bereits jetzt absehbar. Die meisten europäischen Gesellschaften sind zunehmend überaltert. Immer weniger Menschen müssen das Sozialsystem tragen. Steuern – die der Allgemeinheit zu gute kämen – bezahlen die 1000-Euro-Jobber kaum, zu gering ist ihr Einkommen. Und während die leistungsfähigste Generation darauf wartet, endlich auch mitarbeiten zu dürfen, nimmt sie selber immer weiter ab: Italien hat eine der geringsten Geburtenraten in Europa, Kinder sind ein Luxus, den sich immer weniger immer später leisten können.
Die Autoren der "1000 Euro-Generation" sind endgültig zum Sprachrohr eines Lebensgefühls eworden, gehen aber auch mit einer Spur italienischen Optimismus an die Zukunft heran. Die nächste Generation wird mit dieser Unsicherheit besser zurecht kommen, glaubt Alessandro Rimassa: "Man wird aus der Not eine Tugend machen, man muss sich eine neue Lebensweise aneignen. Und das wird dann für die meisten ohne Frust gehen."






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