22:15 - Die Akte EinsteinDokumentation, Deutschland 2004
Regie : Jürgen Ast, Konrad Ege
Vermutlich wurde FBI-Direktor J. Edgar Hoover schon 1932 auf den ein Jahr später von Deutschland in die USA ausgewanderten Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein aufmerksam, nicht zuletzt wegen eines Traktats der konservativen "Woman Patriot Corporation". Einstein gehöre "mehr anarcho-kommunistischen Gruppen an als Stalin", so der schwer wiegende Vorwurf der amerikanischen Patriotinnen. Er dürfe deshalb unter keinen Umständen ein US-Visum erhalten. Der Entdecker der Relativitätstheorie bekam trotz aller Einwände sein Einreisevisum und wurde sogar US-Bürger, doch die Schrift gegen seine "kommunistische" Gesinnung legte den Grundstein zu einer der wohl brisantesten Akten des FBI. Das FBI hat sich lange bemüht, diese Ermittlungen geheim zu halten. Immerhin wurde der Nobelpreisträger in den USA wie ein Hollywood-Star verehrt.

1940 konnte Hoover seine "Informationen" über Einstein endlich zum Einsatz bringen. Die US-Army suchte Wissenschaftler für das "Manhattan Projekt" zur Entwicklung der Atombombe. Einstein war natürlich prädestiniert dafür. Doch Hoover schlug Alarm: Einstein sei nicht geeignet, hieß es in einem "biografischen Überblick". Einsteins Wohnung in Berlin sei ein "kommunistisches Zentrum" gewesen. So durfte der Gelehrte aus Princeton nicht mitforschen, obwohl er es doch gewesen war, der 1939 bei US-Präsident Franklin D. Roosevelt für die Erforschung des Atoms eingetreten war, aus dem möglicherweise eine "extrem mächtige Waffe" entwickelt werden könne. Die Dokumentation erzählt die Geschichte einer Akte, deren vollständige und ungeschwärzte Veröffentlichung das FBI bis heute verweigert.
- Wiederholung : Donnerstag, 12 Mai 2005 um 16:00
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