Bruce Ivins
Er war einer der führenden Forscher, die sich im Geheimlabor für Bioverteidigung der US-Armee in Fort Detrick, Maryland, mit Anthrax beschäftigten. In den Monaten nach den Anthrax-Attentaten unterstützte er das FBI bei dessen Untersuchungen. Er gehörte auch zu dem Forscherteam, das an der Entwicklung von Biothrax arbeitete, einem umstrittenen Milzbrand-Impfstoff, der von dem privaten Biotechnikunternehmen Emergent BioSolutions für die US-Streitkräfte hergestellt wird.
Ivins ist nicht der erste Wissenschaftler, der sich auf die finsteren Machenschaften der Biowaffenforschung einlässt und in der Folge ein rätselhaftes Ende nimmt. ANTHRAX WAR beschäftigt sich mit vier weiteren Wissenschaftlern, die unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen und ebenfalls in der Anthrax-Forschung arbeiteten:
Frank Olson
Auch Olson arbeitete wie Ivins für die US-Armee in Fort Detrick. 1953 stürzte er aus dem 13. Stock eines New Yorker Hotels. Die Gründe für diesen tödlichen „Unfall“ liegen bis heute im Dunkeln.
Einige Zeit nach seinem Tod stellte sich heraus, dass Olson Angehöriger einer streng geheimen Abteilung des CIA war, der „Special Operations“, in der bakteriologische Massenvernichtungswaffen entwickelt wurden. Außerdem experimentierte man dort mit LSD und anderen Drogen, die im Kalten Krieg für das Verhör von Gefangenen eingesetzt werden sollten. Der Film legt die Verbindungen Olsons zu Menschenversuchen im Rahmen der westlichen Biowaffenforschung dar und wirft die Vermutung auf, dass der Forscher sterben musste, weil er vorhatte, aus diesem finsteren Projekt auszusteigen. Die Regierung sollte später erklären, dass Olson vor seinem Sprung aus dem 13. Stock LSD genommen hatte. Eine Autopsie wurde nicht vorgenommen.
David Kelly
Er war vermutlich der weltweit größte Experte für bakteriologische Waffen und der bedeutendste Waffeninspekteur. Kelly war Leiter der mikrobiologischen Abteilung in Porton Down, dem Biowaffenzentrum des britischen Verteidigungsministeriums. Er führte die ersten westlichen Inspektionen sowjetischer Geheimlabore durch, die im Rahmen des umfangreichen Biowaffen-Forschungsprogramms der UdSSR eingerichtet worden waren und stand an der Spitze der Biowaffeninspektionen im Irak nach dem ersten Golfkrieg.
Kelly steckte bis zum Hals in diesem düsteren Geflecht aus biologischer Kriegführung, Spionage und Menschenversuchen. Er übernahm das Debriefing der Überläufer aus der sowjetischen Biowaffenforschung und verfügte über Verbindungen zu den Drahtziehern einer geplanten Sterilisierung der schwarzen Bevölkerung in Südafrika.
Kelly wurde „leblos im Wald“ aufgefunden. Offenbar hatte er sich das Leben genommen, nachdem sein Name 2003 als Quelle für Berichte an die Presse gelangt war, mit denen Großbritannien und die USA die Akten zum Biowaffenprogramm des Irak künstlich aufgebauscht hatten.
Ein Untersuchungsausschuss der Regierung kam schnell zu dem Ergebnis, dass es sich um Selbstmord gehandelt habe, obwohl die rechtsmedizinischen Fakten dagegen sprachen. Auf dem Messer, mit dem sich Kelly die Pulsadern aufgeschnitten haben soll, fand die Polizei keinerlei Fingerabdrücke. Außerdem war die Leiche Kellys nach seinem Tod bewegt worden. Die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS erklärte ihn zum „Mann der zu viel wusste“.
Eine Autopsie wurde nicht vorgenommen.
Wladimir Pasechnik
Er galt als Kopf des geheimen Biowaffenprogramms der Sowjetunion. Der Wissenschaftler lief 1989 in den Westen über und berichtete von den immensen Biowaffenarsenalen Moskaus, darunter auch Raketen mit pestverseuchten Sprengköpfen, die auf die europäischen Hauptstädte gerichtet waren.
Er gründete ein privates Unternehmen innerhalb der Einrichtung von Porton Down in Großbritannien, wo er sich der Erforschung von Anti-Anthrax-Mitteln widmete. Pasechnik starb wenige Wochen nach den Anthrax-Anschlägen in den USA unvermittelt an „Herzversagen“. Eine Autopsie wurde nicht vorgenommen.
Larry Ford
Der kalifornische Frauenarzt führte ein Doppelleben als Gynäkologe und Geheimagent im Dienste der biologischen Kriegführung. Er hatte Verbindungen nach Südafrika und zum amerikanischen Geheimdienst. Ford schoss sich 2002 eine Gewehrkugel in den Mund. In seinem Abschiedsbrief stand: „Ich wurde vom Bösen in eine Falle gelockt“.
Polizei und Gerichtsmediziner, die sich an den Tatort begeben wollten, wurden informiert, dass in dem Haus große Mengen biologischer Kampfstoffe versteckt seien. Nachdem die Nachbarschaft evakuiert wurde, entdeckte man dort Anthrax und weitere giftige Substanzen sowie Sprengstoff und Munition.







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