Der Spanier ist einfach einer Eingebung gefolgt. Der heute 77-Jährige baut seit mittlerweile 40 Jahren an seiner Kirche, meist ohne fremde Hilfe. Schon heute ist sie 25 Meter breit und 55 Meter lang. Das Stahlgerippe der Kuppel ragt 35 Meter hoch in den Himmel. Krone eines skurrilen Bauwerks, das sich Tag für Tag einen kleinen Schritt der Vollendung nähert.Einen Bauplan gibt es nicht. Nur im Kopf von Martinez existiert die fertige Kirche. Allein aus Dingen, die die Menschen nicht mehr brauchen und durch Spenden von Baufirmen ist es ihm mit einfachsten Geräten gelungen, in den letzten 40 Jahren sein beachtliches Vorhaben so weit voranzubringen. Fehlende Statikkenntnisse gleicht er durch doppelte Wandbreiten und eine "Extraportion" Zement aus. Unterstützt wird der alte Mann teilweise von Jugendlichen, die ihm in ihrer Freizeit gegen geringe Bezahlung behilflich sind.
Doch den Hauptteil der anfallenden Arbeiten erledigt Martinez alleine - eben eine Lebensaufgabe, bei deren Realisierung keine Zeit für eine eigene Familie bleibt. Die Einwohner der Stadt stehen der Sache allerdings teilweise skeptisch gegenüber. Einige sehen in Martinez nur einen verrückten Alten, von dem man besser Abstand hält. Doch das Bauwerk und sein Errichter finden auch Bewunderung. Sie ziehen die Blicke der Menschen auf die kleine unscheinbare Vorstadt Madrids. Wie lange Martinez jedoch noch körperlich in der Lage sein wird, an seinem Bauwerk weiterzuarbeiten, ist ungewiss. Für alle Fälle hat er schon ein Testament geschrieben: Seine Kirche wird der Bischof erben.







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