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"Das Blumenwunder"

Ein seinerzeit emphatisch rezipierter Zeitrafferfilm, der Pflanzenbewegungen sichtbar macht.

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"Das Blumenwunder"

Ein seinerzeit emphatisch rezipierter Zeitrafferfilm, der Pflanzenbewegungen sichtbar macht.

"Das Blumenwunder"

Das Blumenwunder - 13/10/11

Die Berliner Presse im Jahr der Uraufführung 1926 über den Film „Das Blumenwunder“

Prof. Alfred Kerr in der Vossischen Zeitung

Der Film hat das Publikum in eine Art Rausch versetzt, in dem die Erkenntnis- und Schönheitsfreudigkeit ineinandergriffen. Diese natürliche Sensation ist zugleich eine der allergrößten. Ein ewiges Stück Alltagsleben, dessen köstliches Geheimnis uns täglich umgibt, zeigt sich enthüllt in den Phasen seines Werdens und seines Vergehens. Reizvoll und wundersam offenbaren sich dabei die kämpfenden gesetzmäßigen Triebe der wachsenden und gegen Hindernisse ankämpfenden Organismen …

8 Uhr-Abendblatt:

… Ein Film läßt uns Blinde, Achtlose wunderbar sehend werden … vermittelt uns einen Einblick in die innersten Geheimnisse der Natur … Ein Weg zu einer neuen Kunst und den letzten Dingen, deren Ausbruch sie ist … wer Augen hat zu sehen, der sehe, der erlebe dieses Wunder!

Deutsche Allgemeine Zeitung:

… Es ist erschütternd zu sehen, wie die Pflanzen streben, gehemmt werden, leiden, verzweifelt sind, der Entfaltung entgegenblühen, um dann müde die Blumenköpfe zum Sterben zu neigen.
Man sieht voll Bewunderung, daß jede Pflanze ihr eigenes Temperament, ihren eigenen Charakter hat: Manche sind melancholisch, andere nervös, andere geradezu lustig und ausgelassen: wieder andere voll stiller Beschaulichkeit oder von fast tragisch anmutender Gedämpftheit in ihren Bewegungen … und noch eins wird deutlich: daß die Pflanze trotz ihrer Blumenaugen blind ist.
Es greift ans Herz zuzuschauen, wie eine Kletterpflanze suchend und tastend ihre Ranken hin- und herschwingt, um einen Halt zu finden. Sehen muß man sie, um zu begreifen, welch ein eigenartiges Wunder die Natur uns verbirgt, indem sie alle diese, manchmal fast gespenstig anmutenden Bewegungsvorgänge auf so lange Zeiträume verteilt, daß sie unserm registrierenden Bewußtsein entgehen …
Die Autoren des Films kamen auf die Idee, die wegen ihrer zeitlichen Ausdehnung sonst nicht erfaßbaren Wachstums¬vorgänge im Filmbild zeitraffend zu komprimieren … Man wünschte sich einen Goethe zum Berichterstatter für diesen Wunderfilm.

M.M. der Montag Morgen:

Ein Film von unerhörter Schönheit … Man erlebt das Blumenwunder, fühlt das Herz im Takt mit dem Rhythmus der Entfaltungen schlagen und empfindet die Zugehörigkeit dieser Pflanzengestalten zu Tier und Mensch – zum großen Reich beseelter leidender und handelnder Naturwesen …

„Berliner Lokalanzeiger“ und „Tag“:

… unstreitig ein großes künstlerisches Ereignis … in einer Reihe wundervoll abgestimmter, poetischer Bilder wird das Wachstum, Blühen und Hinwelken der verschiedenen Blumen gezeigt.

Berliner Morgenpost:

… Ein wirklich großes Wunder … vielleicht die Sensation dieses Jahres. Immer wieder hatte ich den Gedanken: Was würde wohl Goethe, der sich so phantasievoll forschend und deutend mit der Pflanze beschäftigte, gesagt haben, wenn er dieses „Blumenwunder“ gesehen hätte, oder Fechner, der die Seele der Pflanzen entdeckte? …

Vorwärts:

Dies war nicht nur ein köstlicher Genuß … nein, darüber hinaus eine Stunde der Andacht und eine Einführung in die großen Geheimnisse und Gesetze des Lebens … Hundertttausenden wird durch diesen Film bewußt werden, wie die Pflanze wächst und den Umkreis ihres Lebens druchschreitet, gefesselt an ihren Standort und doch voll des tiefsten Lebensdranges, der sich in ihren Blüten zu wahren Wunderleistungen entfaltet …

Tägliche Rundschau:

Dem deutschen Film blieb die Großtat vorbehalten, die Wunder des Werdens und Vergehens der Blumen im Bilde festzuhalten. Wir erleben den Pulsschlag der Pflanze, bewundern andächtig die Allmacht der Natur, die in unerschöpflicher Fülle die wunderbarsten Kunstwerke schuf …

Filmkurier:

Der Film „Das Blumenwunder“ hat keinen Regisseur und seine Darsteller und sein Dichter war Allmutter Natur … dieses Blumenwunder zeigt in hinreißender Schönheit, in beglückender Lösung nichts als den Rhythmus der Natur, das wird durch diesen Film zum künstlerischen Erlebnis. Darum hat dieses handlungslose Bild seit seiner Uraufführung nicht weniger als 63 ausverkaufte Vorstellungen erlebt.
Mehr als 70 000 Menschen haben ihn bisher mit atemloser Spannung auf sich wirken lassen … Man genießt das Werden und Wachsen, dieses Vergehen und Verwelken, dieses Ranken und Ringen um Licht und Lebenselement, dieses Wiegen und Winden, wie man den Kampf von Sportlern um die Siegespalme, den Trick des Trapezkünstlers, der durch die Luft laufend nach des Partners Hand hascht, mit den Nerven trinkt.
Woher diese unerhört tiefe Wirkung auf Menschen aller Altersstufen, aller Bildungsgrade, aller Gesellschafts-schichten? Darauf gibt es nur eine Antwort: der Rhythmus der Natur – von einem Kamerakünstler ersten Ranges eingefangen – ganz allein ist es, der diese Wirkung hervorbringt.

Erstellt: 11-10-11
Letzte Änderung: 13-10-11