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Europa eine Seele geben

Der kulturelle Sektor bietet Ideen, Ressourcen und Erfindungen, die dazu beitragen, Europa aus der wirtschaftlichen Flaute und politischen Stagnation zu helfen.

Europa eine Seele geben

An die Bundeskanzlerin Angela Merkel - 26/01/07

Die Botschaft „Europa eine Seele geben“

Zur geplanten Gemeinsamen Erklärung der europäischen Institutionen anlässlich des 50. Jahrestages der Römischen Verträge


Auf zwei Berliner Konferenzen, im November 2004 und im November 2006, haben sich Vertreter des internationalen kulturellen Lebens, der Wirtschaft und der europäischen Politik sowie junge Europäer, viele aus Beitritts- und Nachbarländern der EU, versammelt, um für Europa mehr zu fordern als eine wirtschaftliche Interessengemeinschaft, nämlich eine Gemeinschaft der Europäer, die von ihrem kulturellen Vermögen Gebrauch macht.

Zur Eröffnung der Konferenz 2004 sagte der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso: „Die EU hat ein Stadium ihrer Geschichte erreicht, in dem ihre kulturelle Dimension nicht länger ignoriert werden kann.“ 2006 setzte er dies fort: „Kultur ist der Schlüssel für das Gefühl von Zusammengehörigkeit, das Europa braucht.“

Außer Präsident Barroso sprachen auf der zweiten Berliner Konferenz vom 17. bis 19. November 2006 auch Mitglieder des Europäischen Parlaments und des Deutschen Bundestages sowie zahlreiche Vertreter der Zivilgesellschaft die Erwartung aus, die zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge unter deutscher EU-Präsidentschaft geplante Gemeinsame Erklärung der europäischen Institutionen solle einen deutlichen kulturellen Akzent enthalten im Sinne der Idee „Europa eine Seele geben“. Sie schlagen dazu folgenden Text vor:

Der Prozess der europäischen Einigung muss einen neuen, kulturellen Schwerpunkt erhalten. Europa muss sich auf seine Grundidee, seine Seele besinnen. Über den Kultursektor hinaus sollten deshalb alle Felder der Gesellschaft und der Politik, vom Sozialen bis zur Außenpolitik, wirksamer als bisher Europas kulturelles Vermögen nutzen

- für die Belebung der europäischen Idee, die Besinnung auf die Wurzeln Europas, seine Träume und weitreichenden Ziele;

- für den inneren Aufbau Europas nach den Grundsätzen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für das friedliche Zusammenleben der Europäer;

- für die Stellung Europas in der Welt, die die europäische Außenpolitik bestimmt. Auch Europas Leistungen in der Welt bedürfen einer kulturellen Grundlage;

- für die Struktur- und Förderpolitik, mit der Europa die Entwicklung seiner Regionen unterstützt.

Die kulturelle Dimension Europas zu erschließen ist auch Voraussetzung für das Engagement der jungen Generation, die das Europa von morgen verkörpert.

Die zivilgesellschaftliche Initiative „Europa eine Seele geben“ wird unterstützt von einem hochrangigen Kuratorium und einem Steering Committee im Europäischen Parlament, das die Arbeit der privaten Initiative mit der politischen Entscheidungsebene verknüpft. Die Initiative praktiziert damit ein neuartiges, zukunftsweisendes Modell der Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Politik, das auf zwei Prinzipien beruht: der Eigenverantwortung der privaten Initiative und der Bereitschaft von Parlamentariern und Entscheidungsträgern, sich in den Dienst der Vermittlung zur Sphäre der Macht zu stellen.

Die Berliner Konferenzen sind Teil der Projekte der Initiative, die von Berlin aus ein internationales Netzwerk entwickelt und um aktive Unterstützung für ihre Ziele wirbt bei Städten und Regionen, in den Mitgliedsstaaten der EU, in der Welt der Kultur, der Wirtschaft und in der europäischen Politik.

Erstellt: 26-01-07
Letzte Änderung: 26-01-07


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