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Glossar - 02/10/07

Die Geschichte der Mode in Worten und Bildern


edingote
Der Begriff ist eine Verballhornung des englischen „riding coat“. Bereits im frühen 18. Jahrhundert wurde die Redingote von Männern als Reitermantel getragen. Gegen Ende des Jahrhunderts setzte eine elegantere Variante sich in der Stadtmode für Damen und Herren durch. Im 19. Jahrhundert wurde die Redingote ein wichtiger Bestandteil der eleganten Tageskleidung für den Herrn, bevor sie im 20. Jahrhundert erneut von Männern und Frauen gleichermaßen getragen wurde.


Rhingrave (Rheingrafenhose)

Kleiner Rock, der in Frankreich unter Ludwig XIV. in Mode kam und von den Männern über ihren langen Unterhosen getragen wurde. Die französische Bezeichnung „Rhingrave“ soll eine Verballhornung des deutschen Wortes „Rheingraf“ sein. Man ging lange davon aus, dass dieses Kleidungsstück 1670 vom Bruder Liselottes von der Pfalz bei einem Besuch in Versailles eingeführt wurde, was aber wahrscheinlich nicht stimmt, da der König die „Rheingrafenhose“ bereits im Jahre 1656 getragen haben soll. Die Rhingrave war reich mit Bändern verziert, den so genannten „Galants“.



apo

Nach Plinius dem Älteren bezeichnet das Wort sapo ein Gemisch, mit dem sich die Gallier die Haare rot färbten. Sapo wurde aus Ziegentalg und Buchenasche hergestellt. Die Römer, die blonde und rote Haare schätzten, entwickelten eigene Sapo-Rezepturen, die dem Haar eine gelbliche Tönung verliehen. Sapo wurde auch als Heilmittel verwendet, vor allem zur Glättung von Narben, und gilt als Vorläufer der Seife.


Schwarz
Die Farbe Schwarz wird oft als „Nichtfarbe“ bezeichnet. In der Geschichte der Mode errang sie im 16. Jahrhundert am spanischen Hof erste Bedeutung und setzte sich nach und nach auch an den anderen europäischen Höfen durch. Schwarz steht für Eleganz – man denke z.B. an das „kleine Schwarze“ der 50er-Jahre – oder für den Nihilismus der Gothic-Mode der 90er. Man assoziiert mit der Farbe Bilder von Tod, Trauer und Esoterik. In der Politik verbindet man mit ihr die schwarze Fahne der Anarchie und die Schwarzhemden des italienischen Faschismus.


Stola
Im alten Rom von Frauen getragenes Gewand, das wahrscheinlich aus Persien stammt. Es handelt sich um ein langes Überkleid mit oder ohne Ärmel, das über der Tunika (tunica intima) getragen wurde. Die Stola wurde unter der Brust und auf Hüfthöhe von zwei Gürteln gehalten, so dass der Stoff elegant drapiert werden konnte.



oga
Traditionelles Gewand der Römer. Es handelt sich um ein halbkreisförmiges Stück weißen Wollstoff. Aufgrund der Größe der Toga (6,50 m x 2,50 m) musste man sehr geschickt sein oder die Hilfe eines Sklaven in Anspruch nehmen, um sie kunstgerecht zu drapieren. Der über den Oberkörper verlaufende Teil des Gewands wurde praecinctura genannt, der über die linke Schulter nach vorn geworfene Zipfel hieß umbo, und der elegante Bausch unter dem rechten Arm trug die Bezeichnung sinus. Knaben trugen bis zum Alter von 17 Jahren eine weiße Toga, die von einem Purpurstreifen gesäumt war; anschließend legten sie die reinweiße toga virilis an. Auch die Magistrate trugen eine Toga mit Purpurrand, die so genannte toga pretexta.



enezianischblond
Venezianischblond oder Rotblond ist eine Haarfarbe, die in Venedig zur Zeit der Renaissance in Mode war. Damals bestrichen die Venezianerinnen ihre Haare mit einer Mischung aus Honig und Safran und setzten sie dann der Sonne aus, um die begehrte Färbung zu erzielen.



Texten
Fabienne Falluel
Marie-Laure Gutton
A - F
G - P

Erstellt: 28-09-07
Letzte Änderung: 02-10-07