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25.08.2006 - 23.30 - Skandal und Leidenschaft - 09/08/06

Die Geschichte der O

Vor 50 Jahren erschien in Frankreich in sehr kleiner Auflage ein Meisterwerk der erotischen Literatur: "Die Geschichte der O", geschrieben von einer Frau. 40 Jahre lang wusste niemand, wer sich hinter dem Pseudonym Pauline Réage verbarg, und erst mit 86 Jahren gab die Autorin ihre wahre Identität preis: Es ist Dominique Aury, eine wohlerzogene, kultivierte Frau, Herausgeberin bei Gallimard, Generalsekretärin der angesehenen französischen Literaturzeitschrift "Nouvelle Revue Française". Sex und Liebe, Feminismus, Zensur und Freiheit - um diese Themen kreist die Dokumentation, die auch die biografischen Hintergründe des Buches aufdeckt.

Hauptthema der Dokumentation ist das Geheimnis dieser Persönlichkeit mit ihren zwei so entgegengesetzten Seiten. Berichte von Zeitzeugen und Archivmaterial über die Autorin und ihre Zeitgenossen wechseln sich mit Szenen aus der Romanverfilmung ab. Authentische Äußerungen der Autorin aus der Zeit nach Veröffentlichung des Buches lassen den historischen Kontext nacherleben. Dominique Aury (für die Öffentlichkeit damals noch Pauline Réage) wird in nachgestellten Aufnahmen von der Schauspielerin Catherine Mouchet dargestellt.

Sex und Liebe, Feminismus, Zensur und Freiheit - um diese Themen kreist die Dokumentation, die auch die biografischen Hintergründe des Buches aufdeckt: Es entstand während der langjährigen Liebesbeziehung zwischen Dominique Aury und Jean Paulhan (1884-1968), dem Herausgeber der NRF. Während der Okkupation Frankreichs hatte Paulhan als Mitbegründer der illegal erscheinenden "Lettres françaises" eine bedeutende Rolle in der literarischen Résistance gespielt. Paulhan wirkte als graue Eminenz bei den wesentlichen literarischen Entscheidungen in Paris mit. Die heimliche Affäre zwischen der jungen Aury und dem älteren, verheirateten Paulhan wird in der Dokumentation durch Szenen ins Bild gesetzt, die Dominique Aurys Essay "Une fille amoureuse" nachgestellt sind.

Ferner treten Personen auf, die der Autorin nahe standen oder an der Veröffentlichung des Buches beteiligt waren: Jean-Jacques Pauvert in Frankreich und Barney Rosset, der Verleger der englischen Fassung bei Grove Presse. Durch die Dokumentation führt der englische Schriftsteller und Journalist John de St. Jorre. Er verfasste den Artikel, in dem er 1994 Dominique Aurys Urheberschaft der "Geschichte der O" aufdeckte. Régine Deforges, die 1975 unter dem Titel "O m'a dit" ein Gespräch mit Dominique Aury veröffentlichte, spielt - im Dialog mit Catherine Mouchet - ihre eigene Rolle nach.

Die Szenen aus der Romanverfilmung vermitteln die beunruhigende, gewalttätige, geheimnisvolle und zutiefst erotische Atmosphäre in dem Schloss, in dem "die O" in bestimmte sexuelle Praktiken eingeführt wird.

Zu Dominque Aury: " Die O hat mir erzählt" mit einem Interview von Régine Deforges
Geschichte einer Veröffentlichung
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Die Geschichte der O
Freitag, den 25. August 2006 um 00.25 Uhr
Dokumentation von: Pola Rapaport
Frankreich 2004
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Erstellt: 09-08-06
Letzte Änderung: 09-08-06