Samstag, 07. Januar 2006 um 20.40 Uhr - 04/01/06
Die Geschichte
Abenteuer Arte
Von Anbeginn der Zeiten sind die sieben Meere Ort vieler Geheimnisse. Vergessene Inseln, verborgene Schätze, schreckliche Seemonster sowie verfluchte Geisterschiffe.
Der fliegende Holländer: Allein der Name reichte selbst hartgesottenen Seemännern das Blut zu Eis gefrieren zu lassen; denn jedermann wußte, dass die Begegnung mit diesem Schiff den sicheren Tod bedeutete.
In der modernen technisierten Welt, mit riesigen Öltankern und GPS-Positionierung haben es diese Legenden schwer und vieles an Kraft eingebüßt. Nur eine ragt noch heraus: Der fliegende Holänder. Was ist das besondere an dieser Sage? Warum ist sie so oft von Künstlern in Literatur, Malerei, Musiktheater und Film aufgegriffen worden? Welche Schichten unseres kollektiven Bewußtseins, unserer Ängste berührt diese Legende? In anderen Worten: Was ist das Geheimnis des fliegenden Holländers?
Die Geschichte
Es gibt nahezu keine gesicherten Fakten zum Ursprungsgeschehen. Experten streiten selbst über den Zeitraum. Manche situieren es in 1641, andere in 1680 oder sogar in 1780. Jedenfalls versuchte an einem schlimmen stürmischen Tag ein Schiff namens "Der fliegende Holländer" das Kap der guten Hoffnung zu umschiffen. Trotz aller flehentlicher Bitten von Besatzung und Passagieren doch umzukehren, will Kapitän Van der Decken seinen Willen durchsetzen. Nur wenn Gott höchstselbst als Wolke auf seinem Schiff erscheint, will er nachgeben und schießt zur Bekräftigung in den Himmel. Glaubt man den "Scène de la vie maritime" war Gott "not amused" und verfluchte den starrsinningen Kapitän.
"Ich verurteile Dich auf ewig zu segeln, ohne jemals einen Hafen anzulaufen. Du sollst weder Bier noch Tabak geniessen, sondern Galle trinken und als Kautabak nur über ein Stück rotglühendes Eisen verfügen. Ewiglich sollst Du wachen und nie Schlaf finden können, fallen Dir die Augen zu, wird ein Schwert Deinen Leib durchbohren. War es Dein Vergnügen, Seeleute zu quälen, so sollst Du dies weiterhin tun und das Böse auf See sein. Der bloße Anblick Deines Schiffes wird jedem, der es angesichtig wird, Unglück bringen.
Die Geschichte wurde von Kapitän Marryat für seinen Bestseller "Phantom Ship" (1839) aufgegriffen. Wagner stützte sich für seine Oper "Der fliegende Holländer" auf eine entsprechende Bearbeitung der Legende von Heinrich Heine. Spätere Fassungen, wie Wagners Oper, gaben dem unglückseligen Kapitän eine Chance seinem Schicksal zu entrinnen. Jedes siebte Jahr wurde ihm erlaubt vor Anker zu gehen, um eine Frau zu suchen, die ihm wahrhaft in Liebe ergeben sein mußte. Gelänge ihm dies, so wäre der Fluch gelöst. Bis dahin ist muß er weiterhin den stürmigen Winden trotzen und Angst und Schecken - und sei es bis zum jüngsten Tag - verbreiten
Der Film
Der Dokumentarfilm soll auf anregende Weise den verschiedenen Bezügen der Legende nachgehen. Welches sind ihre Ursprünge? Was macht diese Legende gegenüber anderen so erfolgreich? Wo sind die Unterschiede in den verschiedenen Fassungen?
Wir werden die wilden Gewässer der südlichen Ozeane erleben, die dunkle Atmosphäre der Seemannskneipen, das spektakuläre Kap der guten Hoffnung. Wir benutzen Film- und Werbeclips, Interviews, Werkausschnitte, soweit erforderlich nachgespielte Szenen und sogar Augenzeugenberichte. Z.B. schildert 1881 Prinz George (der spätere König Georg V von England) in seinen persönlichen Aufzeichnungen eine Begegnung mit dem fliegenden Holländer. Danach war das Schiff von einem seltsamen rötlichen Schein umgeben, aber Segel und Mast klar erkennbar.
Die Handlung wird klar strukturiert aufgebaut und unterhaltsam erzählt. Der Zuschauer wird mittels der universellen Geschichte in die Dokumentation eingeführt und Kapitän Van der Decken uns eine immer noch aktuelle Botschaft vermitteln, auch wenn sie in alten Symbolen zu uns spricht: Wer die Kräfte der Natur herausfordert, muß gegebenenfalls den Preis zahlen müssen.
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Das Geheimnis des Fliegenden Holländers
Samstag, 7. Januar 2006 um 20:40
VPS : 20.40
Wiederholungen :
08.01.2006 um 14:00
14.01.2006 um 11:55
Dokumentation, Deutschland 2001, ZDF
Regie: Walter Bramhorst
ZDF
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Erstellt: 04-01-06
Letzte Änderung: 04-01-06