Sie arbeiteten in einer Organisation, die sich als "Kämpfende Verwaltung" (Heydrich), als Chirurg am "deutschen Volkskörper" verstand. Alle "kranken Teile" sollten "herausgeschnitten" werden: zuerst waren es die politischen Gegner, Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten, dann auch "Gemeinschaftsfremde", "Asoziale", Homosexuelle, Priester - und zunehmend Juden, die die Gestapo verfolgte.
Aber die Gestapo beschränkte sich nicht auf die Absicherung der Macht im Reich durch Verfolgung angeblicher oder tatsächlicher Gegner. Sie war maßgeblich an den Kriegsvorbereitungen gegen Polen beteiligt. Und mit den Erfolgen der Wehrmacht wurde die Gestapo die treibende Kraft bei der mitleidlosen Umsetzung des Rassenwahns in ganz Europa und des Vernichtungskrieges, des Völkermordes im Osten. Als das Ende des NS-Regimes abzusehen war, sorgte die Gestapo mit ihrem Terror dafür, dass den Durchhalteappellen der NS-Führung gefolgt wurde, während ihre Mitarbeiter gleichzeitig Vorbereitungen für eine Karriere nach dem Krieg trafen. Die meisten Gestapo-Beamten wurden für ihre Taten nie zur Verantwortung gezogen.Bild: Heinrich Müller, seit 01.07.1936 Leiter der Abteilung II im "Geheimen Staatspolizeiamt" (Innenpolitische Angelegenheiten)
Einher mit der Neugliederung der Polizei ging die Schaffung des Hauptamtes Sicherheitspolizei, dessen Chef SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich war. Zusammengefasst wurden hier Gestapo und Kriminalpolizei. Formal war zum Zeitpunkt 1.7.1936 Heydrich Müllers Vorgesetzter (Amt Politische Polizei im Gestapo, dieses Amt war untergliedert in Abt. II (Innere Politische Polizei) und Abt. III (Abwehrpolizei) ); Müller war allerdings bereits mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet. Mit Gründung des RSHA zum 1.10.1939 wurde Müller Leiter des Amtes IV (Gestapo) und somit auch formal Gestapo-Chef.







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