Mittwoch, 30.09.09 um 21.00 Uhr - 14/09/09
Die Goldmacher
Sport in der DDR
"The Miracle Machine" nannten ausländische Sportfunktionäre voller Ehrfurcht und Neid den DDR-Sport. Circa 4.000 Medaillen waren es am Ende - bei Olympia, Europa- oder Weltmeisterschaften. Ziemlich viel für ein 17-Millionen-Volk. Der Dokumentarfilm blickt auf über vierzig Jahre deutscher Teilung zurück - und damit auch auf 40 Jahre geteilten Sport. Olympiasieger, Funktionäre, Mediziner und Trainer berichten von dieser Erfolgsgeschichte, aber auch von den Schattenseiten.
"Da wundert man sich schon, wenn man heute drüber nachdenkt, dass schon auf der Kinder- und Jugendsportschule die Nachtspeicheröfen in den Stuben verwanzt waren", sagt ein Olympiasieger lapidar. Aber wegen der sonst optimalen Bedingungen für die Sportler habe er diese Form der Überwachung in Kauf genommen. So sieht Jens Weissflog "seine" DDR, zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall.
Militärisch - in Ton und Organisation - sei der Sport gewesen, anders seien solche Leistungen nicht zu erzielen, meint sein Kollege, der Olympiasieger Hans-Georg Aschenbach. In einem System von Befehl und Gehorsam wurde die Einnahme von Dopingmitteln nicht kritisch hinterfragt. "War doch toll, der Muskelzuwachs in wenigen Wochen, für einen jungen Burschen wie mich", erzählt der Handballer Wolfgang Böhme.
Dem Erfolg im Sport wurde fast alles untergeordnet. Denn der Sport war in der DDR ein Pfeiler, der das System zusammenhielt und der Identifikation schuf und Anerkennung brachte, nach innen wie nach außen. Wenn die Hymne erklang und die Fahne am Mast hing, dann wusste jeder, wer die kleine DDR war - so bringt es der letzte kommunistische DDR-Ministerpräsident Hans Modrow auf den Punkt.
Erstellt: 25-08-09
Letzte Änderung: 14-09-09