Die Evolution des Menschen ist nie abgeschlossen. Dies beweisen unter anderem signifikante Veränderungen, die Wissenschaftler an Kieferknochen von Kindern beobachtet haben. Seit den 80er Jahren wird die Evolutionsforschung von der Savannentheorie, der so genannten "East Side Story" dominiert, die die Evolution ausschließlich auf die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen zurückführt. Sie geht davon aus, dass sich der Mensch den aufrechten Gang aneignete, um sich an die Lebensweise in der offenen Savanne anzupassen, die an die Stelle des Urwaldes getreten war. Allerdings stellen wissenschaftliche Entdeckungen der letzten 20 Jahre diese Theorie infrage.
Doch aus welchem Grund hat sich der Mensch aufgerichtet? Nach 20 Jahren paralleler Forschung kamen die Paläontologin Anne Dambricourt und die Kieferorthopädin Marie Josèphe Deshayes zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Sie entdeckten die zentrale Rolle des Keilbeins, eines kleinen Knochens im mittleren Schädelbereich, den der menschliche Embryo als ersten Knochen bildet. Anhand der Untersuchung der Keilbein-Entwicklung über die Jahrtausende hinweg gelang es den beiden Forscherinnen, die internen Abläufe der menschlichen Evolution zu beschreiben und eine neue Interpretation vorzulegen: die "Inside-Story". Laut dieser Hypothese folgt die menschliche Evolution einer internen Logik, die aus unseren Vorfahren vor 60 Millionen Jahren die Menschen von heute machte und die dazu führt, dass sich aus ihnen die Menschen von morgen entwickeln werden. Was halten Wissenschaftler von dieser neuen Theorie?In einer anschließenden Gesprächsrunde debattieren deshalb Experten über die Entwicklungsgeschichte der Spezie Mensch und wägen die einzelnen Theorien gegeneinander ab. Moderiert wird die Diskussionsrunde von Michel Alberganti, Journalist von „Le Monde“.
Zu Gast sind: Pierre-Henri Gouyon, Evolutionsexperte
Michel Morange, Biologe und Historiker für Naturwissenschaften.






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