Neun Lehrer versammeln sich im Besprechungsraum ihres Gymnasiums. Sie sollen über das Schicksal eines ihrer Schüler entscheiden. Viktor Leysen, vor kurzem volljährig geworden, wird von der Mutter seiner Mitschülerin und Theaterkollegin Tizia beschuldigt, die 17-Jährige nach der gemeinsamen Theaterprobe vergewaltigt zu haben. Die Entscheidung über seinen Schulverweis fällt nicht leicht. Ein Teil der Lehrerschaft sieht in Viktor den aufmüpfigen Querulanten, während er von anderen als besonders begabt beurteilt wird.
Aber nicht nur in seiner Meinung über Viktor ist das Lehrerkollegium geteilt. Auch innerhalb des neunköpfigen Gremiums kristallisieren sich an diesem kalten Winterabend Diskrepanzen heraus, die in der ein oder anderen persönlichen Beichte und Anschuldigung gipfeln und eine rationale Entscheidung über die Zukunft Viktors fast unmöglich machen. Die Problematik des Themas erfüllt nicht nur den unbeheizten Raum des Gymnasiums, sondern erhitzt vor allem die Gemüter der neun beteiligten Lehrer. Alte Differenzen, nie eingestandene Verletzungen, Tabus, Hass und Liebe brechen auf und rücken bald in den Vordergrund der emotionalen Diskussion.In diesem intensiven Kammerspiel wird das Konferenzzimmer zum verbalen Schlachtfeld, auf dem die geballten Emotionen von neun deutschen Top-Schauspielern aufeinander treffen. Das Drama stellt die menschliche Seite des Lehrerberufs in den Mittelpunkt.

"Die Konferenz" wurde für den Publikumspreis beim Filmfest München 2004 nominiert.
Der Regisseur Niki Stein lieferte mit seinem Koautor Jacki Engelken, der für "Die Konferenz" auch für die Filmmusik verantwortlich zeichnet, Vorlagen für zahlreiche "Tatort"-Episoden des WDR, die er auch filmisch umsetzte, zum Beispiel "Bildersturm" (1997), für den er mit dem Goldenen Gong ausgezeichnet wurde und eine Nominierung für den Adolf Grimme Preis erhielt. Mit "Die Quittung" (2003) war er 2004 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.
Drehbuchautor Bodo Kirchhoff ist einer der renommiertsten und erfolgreichsten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. Sein gerade erschienener neuer Roman "Wo das Meer beginnt" (Suhrkamp) setzt die Geschichte des Films "Die Konferenz" auf einer anderen Erzählebene fort.
Neben Drehbüchern für die "Tatort"-Episoden "Albtraum" (1997) und "Nach eigenen Gesetzen" (2000), schrieb Bodo Kirchhoff auch für die ARD-Serie "Die Kommissarin" (2000). Für sein Skript zu "Manila" (2000) erhielt er zusammen mit Regisseur Romuald Karmakar den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie bestes Drehbuch. Sein Drehbuch-Monolog "Mein letzter Film" (2002) wurde von Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") mit Hannelore Elsner verfilmt, die für ihre Rolle den Deutschen Filmpreis in Gold erhielt.
"Die Konferenz" besticht durch ein Staraufgebot an deutschen Charakterdarstellern:
Die Österreicherin Senta Berger zählt zu den international erfolgreichsten Schauspielerinnen aus dem deutschsprachigen Raum und wurde mit den bedeutendsten Filmpreisen ausgezeichnet: So bekam sie für ihre überzeugende schauspielerische Leistung in "Unter Verdacht - Verdecktes Spiel" (2002) den Adolf Grimme Preis.
Nina Petri ist aktuell in dem Kinofilm "Bibi Blocksberg II" (2004) zu sehen, Jan-Gregor Kremp wurde durch "Clowns" (2001) bekannt und Rudolf Kowalski überzeugte neben Ulrike Kriener in der von Jobst Ötzmann inszenierten Romanze "Schwindelnde Höhe" (2000). Günther Maria Halmer spielte in dem erfolgreichen Krimi "Himmel, Polt & Hölle" (2003), während Peter Fitz in dem Drama "Wellen" (2004), das am 21. Januar 2005 auf ARTE ausgestrahlt wird, zu sehen sein wird. Zweifellos derzeit eines der interessantesten Gesichter in der deutschen TV- und Kinolandschaft ist Wotan Wilke Möhring, der in der rabenschwarzen Komödie "Eierdiebe" (2003) von Robert Schwentke spielte. Sophie von Kessel wird nicht erst seit ihrem Auftritt in "Die Musterknaben II" (1997) zur ersten Garnitur deutscher Schauspielerinnen gerechnet.
Die Konferenz
Deutschland 2004, ARTE/HR, Erstausstrahlung, Stereo, 16:9, 89 Min.
Regie: Niki Stein; Buch: Bodo Kirchhoff
Kostüme: Anette Schröder; Kamera: Arthur W. Ahrweiler; Schnitt: Elke Herbener; Ausstattung: Klaus Wischmann; Maske: Ute Schröder, Karsten Reinert, Monika Manglesen, Irmgard Mayr; Ton: Michael Busch; Musik: Jacki Engleken, Ulrike Spies; Redaktion: Liane Jessen, Inge Fleckenstein, Andreas Schreitmüller
Mit: Senta Berger - (Cornelia Cordes), Nina Petri - (Marlies Kahle-Zenk), Jan-Gregor Kremp - (Rolf C. Pfirsich), Rudolf Kowalski - (Leo Stern), Günther Maria Halmer - (Holger Stubenrauch), Ulrike Kriener - (Heide Stubenrauch), Peter Fitz - (Dr. Roman Branzger), Sophie von Kessel - (Sophie Kressnitz), Wotan Wilke Möhring - (Karsten Graf), Johann Adam Oest






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